Die umgestaltete Indexwelt der Deutschen Börse startet am kommenden Montag: Ein neues Börsenzeitalter beginnt

Die umgestaltete Indexwelt der Deutschen Börse startet am kommenden Montag
Ein neues Börsenzeitalter beginnt

Neuer Markt und Smax ade, ab Montag starten die neu formierten Auswahlindizes MDax und SDax. Das besondere Interesse der Anleger dürfte jedoch dem TecDax gehören,der Technologiewerte künftig wieder in einem helleren Licht erstrahlen lassen soll.

FRANKFURT/M. Es war alles so schön gedacht: Wenn am kommenden Montag die Deutsche Börse ihre im vergangenen Herbst vorgestellte Indexwelt um MDax, TecDax und SDax startet, wollte sie damit ein neues Börsenzeitalter einläuten. Institutionelle wie private Anleger sollten wieder Vertrauen fassen. Vor allem die Lust auf Aktien der zweiten und dritten Reihe könnte zurückkehren, die nach drei Jahren Börsenbaisse und den Wirren des Neuen Marktes vielen Anlegern so richtig vergangen war.

Der Neuanfang wird jedoch aller Voraussicht nach zumindest vorerst zur Randnotiz verkommen. Schuld daran ist die derzeitige Gemengelage im Irak, die selbst für spannende Neuerungen in der Indexwelt kaum Platz zulässt.

Trotzdem darf sich gerade der Kleinanleger freuen. Der zum Malus verkommene Neue Markt und das kaum wahrgenommene Kleinwertesegment Smax wurden abgeschafft. Der MDax für die klassischen Werte ist von 70 auf 50 Werte geschrumpft und hat damit deutlich an Qualität gewonnen. Besonders gespannt dürften die meisten Anleger auf die Entwicklung des 30 Werte umfassenden TecDax sein, der den Nemax 50 vergessen machen soll und mit seiner außergewöhnlichen Mischung für reichlich Phantasie sorgt. Schließlich stammen 25 Werte vom Neuen Markt, vier aus dem alten MDax, und mit dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gehört sogar ein Wert dazu, der bisher in keinem deutschen Auswahlindex vertreten war.

Möglich geworden ist dies durch die Öffnung der Indizes unterhalb des Deutschen Aktienindex (Dax) für ausländische Werte. Mit EADS (Niederlande), AT+S (Österreich), BB Biotech (Schweiz), Micronas (Schweiz), Qiagen( Niederlande) und SCM Microsystems (USA) sind in der Startformation sechs ausländische Werte im TecDax vertreten. Sie stellen damit nicht nur ein Fünftel aller Titel, sie werten ihn auch gewaltig auf. Im MDax sind künftig immerhin vier ausländische Unternehmen vertreten, im darunter angeordneten SDax sind es deren vier. Überhaupt der SDax: Der wurde anfangs mit unschönen Begriffen wie „fünftes Rad am Wagen“ oder „uninteressantes Beiwerk“ bedacht, hat inzwischen aber einen deutlichen Imagewandel vollzogen. Denn wer sich näher mit den Einzelwerten befasste, musste feststellen, dass dort alles andere als Langeweile herrscht. Hinlänglich bekannte Namen wie Hornbach Baumärkte, Fielmann oder Loewe sind dort ebenso zu finden wie der Weltmarktführer bei Autositzheizungen WET oder der als spekulativ geltende Chipbroker CE Consumer. Dieser Mix sorgt für Aufmerksamkeit. Überhaupt sind die Aktienstrategen voll des Lobes über die neue Indexstruktur und deren Branchensystematik aus 18 Industriesektoren, mit der sich die Deutsche Börse an die europäische Stoxx-Familie angelehnt hat. Auch die klare Unterscheidung in klassische und Technologiewerte kommt an. „Das alles ist sehr gut gelungen“, sagt Markus Plümer, der bei WestLB Panmure das Aktienresearch leitet.

Nun sind also die Stockpicker an der Reihe, also Anleger, die sich weniger für die Indizes selbst als vielmehr für die vermeintlich besten Einzelwerte interessieren. Für sie ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Schließlich werden viele Werte durch die Zugehörigkeit zu einem der neuen Indizes aufgewertet. Einige Aktien, die bisher am Neuen Markt notiert sind, verlieren wahrscheinlich den Makel dieses Segments – es muss ja nicht gleich am Montag sein.

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