Die Umsätze der Branche gehen auf breiter Front zurück – Nur wenige Aktien versprechen noch Potenzial
Gesundheitsreform bremst Pharmawerte

Viele Anleger, die wegen der noch immer schwächelnden Konjunktur oder aus Angst vor einer Zinswende auf defensive Titel aus der Pharmabranche setzten, werden zunehmend enttäuscht. Nur wenige Titel wie die des Darmstädter Pillenkonzerns Merck konnten sich gegenüber dem Dax behaupten.

DÜSSELDORF. Dagegen verzeichneten andere Branchenaktien herbe Einbußen wie beispielsweise das Papier des Generikaherstellers Stada, das seit Jahresbeginn über 30 Prozent abgegeben hat. Ohne Zweifel mehren sich an der Börse die Anzeichen, dass die zum Jahresanfang in Kraft getretene Gesundheitsreform den Sektor stärker belastet als erwartet.

Allein in den ersten vier Monaten seit Inkrafttreten des so genannten Gesundheitsmodernisierungsgesetz sind die Umsätze der Branche um über acht Prozent zurückgegangen, erklären die Marktforscher von IMS Health. Schuld daran seien neben den höheren Zuzahlungen zu Arzneimitteln die Praxisgebühr und vor allem höhere Rabatte, die die Medikamentenhersteller den Krankenkassen einräumen müssen.

„Trotzdem sind wir für den Sektor weiterhin optimistisch“, erklärt Thomas Brenning, Branchenexperte bei Helaba Trust. Wichtig sei es jedoch, auf Unternehmen zu setzten, die nicht so stark vom deutschen Markt abhängig sind und neue Produkte in der Pipeline haben, gibt Ulrich Huwald vom Bankhaus M.M. Warburg zu Bedenken.

Unter den deutschen Pharmaherstellern sticht daher vor allem Altana hervor. „Die Atemwegs-Medikamente Alvesco und Daxas versprechen großes Potenzial“, sagt Huwald, der die Aktie mit „kaufen“ einstuft. Bei Helaba Trust steht das Papier ebenfalls auf der Empfehlungsliste. Denn neben den Neuentwicklungen würde auch das Topprodukt Pantoprazol, das für knapp 40 Prozent des Gesamtumsatzes von Altana verantwortlich ist, in den USA stetig Marktanteile hinzugewinnen.

Weniger optimistisch beurteilen die Finanzexperten die Aktie des drittgrößten deutschen Pharmakonzerns Schering, der in den vergangenen Jahren als Wachstumsgarant galt. „Dem Unternehmen fehlen neue, starke Produkte“, sagt Alexander Groschke von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Außerdem fehlt den Anlegern und Analysten nach den beiden Gewinnwarnungen im Vorjahr das Vertrauen in das Restrukturierungsprogramm. Insgesamt sollen bis Ende 2006 weitere 900 Stellen abgebaut, die Dermatologiesparte abgestoßen und die Kosten für Produktion, Entwicklung und Verwaltung deutlich gedrückt werden.

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