Die Welt der Vermögensverwalter teilt sich: Die einen vertrauen Messlatten, die anderen suchen Mehrertrag
Indexanhänger treffen auf Renditejäger

Die ursprünglichen Daseinsformen Jäger und Sammler feiern ein Comeback in der Branche der Vermögensverwalter.

Denn deren Welt polarisiert sich in zwei Hemisphären: In der einen herrschen sehr wenige und sehr große Produktanbieter, die sich an Indizes koppeln. Nach Vorgabe dieser Messlatten sammeln sie stoisch Renditepunkte – oder verlieren sie, wenn die Indizes abdriften. Auf der anderen Seite tummelt sich eine Schar von Spezialisten, die weitgehend unabhängig von Benchmarks einen möglichst attraktiven Ertrag erwirtschaften wollen und dabei teilweise das Vermeiden von Verlusten zum obersten Ziel erklären. Die Anlagebranche hat für diese Zweiteilung griffige Kürzel erfunden. Sie teilt den Indexanhängern den griechischen Buchstaben Beta (gleich Gesamtmarktertrag), den Renditejägern das Alpha zu (gleich Mehrertrag).

Der Ansatz der Vermögensstrukturierung beginnt sich zu verändern. Insbesondere die institutionellen Investoren versuchen, ihre Depots vom traditionellen gemischten Ansatz wegzulenken. Sie schwenken auf ein leichter kontrollierbares Zweier-Pack um: Das Gros der Gelder für Basisanlagen, beispielsweise Euroland-Standardaktien, lassen sie im Beta-Stil und damit kostengünstig auf Indexbasis betreuen. Den Mehrertrag suchen sie mit einem kleineren Teil der Mittel auf wenig analysiertem Terrain einzufahren, etwa an den Schwellenbörsen. Dort geben sie den Alpha-Jägern freie Hand.

Die höhere „Trennschärfe“ in den Portfolios schlägt auf die Wachstumsperspektiven der Anbieter durch. Mit hohen Zuwachsraten bei den betreuten Vermögen glänzen im internationalen Wettstreit vor allem die im Indexgeschäft heimischen Adressen. Geringe Margen verlangen nach Größe: Den Kuchen teilt ein Top-Trio aus State Street Global Advisors, Barclays Global Investors und Vanguard Group unter sich auf – aus lokaler Sicht spielt die deutsche Indexchange eine Rolle. Mit geringeren Zuwachsraten müssen sich die aktiven Geldmanager bescheiden, die dafür allerdings in den Genuss höherer Margen kommen. Hier steht Allianz Dresdner ganz oben, gefolgt von Fidelity und Deutsche Asset Management.

Die Neuordnung der Investmentwelt auf der Produktseite ist nur eine der zahlreichen Herausforderungen, denen sich die Anlagebranche gegenübersieht. Der Zwang zur Arbeitsteilung auch auf der Administrationsebene, zunehmende Konkurrenz, immer höhere Regulierungsstandards, Globalisierung des Geschäftes, steigende Ansprüche der Kunden sowie Umschichtungen der Anleger in risikoarme und damit auch margenschwache Produkte setzen den Anbietern schon seit längerem zu.

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