Dieselgate und Liquidität
So sollen deutsche Sparer VW stützen

Volkswagen gewährt aufs Tagesgeld 1,25 Prozent Zinsen und rückt damit in die Spitzengruppe der Anbieter auf. Gleichzeitig baut der Konzern so einen Liquiditätspuffer auf. Eine Win-win-Situation?
  • 12

FrankfurtFür harte Zeiten legt man besser etwas auf die hohe Kante – dieses Motto für Sparer macht sich offenbar auch VW zu Eigen. Mit seinem Jubiläumsangebot sammelt der von der Dieselaffäre gebeutelte Autobauer seit dem 5.  Oktober Liquidität zu einem Tagesgeld-Spitzenzins von 1,25 Prozent pro Jahr von neuen Kunden ein.

In der Branche wird gemunkelt, dass Volkswagen Liquidität horte, die der Konzern für die Refinanzierung brauche.

Offiziell ist das neue Tagesgeldangebot jedoch nur ein Schmankerl für neue Kunden zum 25-jährigen Jubiläum der Banktochter VW Bank direkt, deren Marke inzwischen in der Volkswagen Bank aufgegangen ist. Der Geburtstag des VW-Direktbankengeschäfts war zwar schon im Juni, aber die Aktion sei von vornherein für den Herbst vorgesehen gewesen, sagte ein Sprecher.

Doch dass VW die Sparer gerade jetzt mit dem hohen Tagesgeldzins lockt, passe wie die Faust aufs Auge, sagt ein Insider. „Wir wollen schon Geld einsammeln“, konstatiert auch der Sprecher. Dabei hatte Volkswagen-Bank-Chef Anthony Bandmann dies noch vor einem Monat auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt lässig abgetan: „Einige Institute wollen mehr Einlagen generieren, deswegen bieten sie höhere Konditionen“, sagte er Richtung Opelbank, die jüngst neu in den Tagesgeldmarkt einstieg. Das war aber noch vor dem Bekanntwerden von „Dieselgate“.


Die Volkswagen Bank sieht sich mit 1,2 Millionen Tagesgeldkunden als einer der größten Anbieter in Deutschland. Auf der IAA hatte Bandmann betont, sein Haus habe knapp 24 Milliarden Euro „stabile“ Einlagen. Mögliche Strafzahlungen, Nachrüstungen und Umsatzeinbrüche könnten den VW-Konzern nach internen Schätzungen über die nächsten Jahre bis zu 40 Milliarden Euro kosten. Dies würde beträchtlich am hohen Liquiditätspolster des Konzerns nagen. Die Refinanzierung über herkömmliche Anleihen wäre für VW nicht mehr so billig wie vor der Krise. Die Kurse der VW-Anleihen sind gefallen und die Renditen im Gegenzug gestiegen. Im Euro-Raum hatte VW zuletzt im August eine Anleihe begeben. die mit knapp 0,8 Prozent rentierte. Im Handel ist die Rendite des in fünf Jahren auslaufenden Papiers auf rund 2,2 Prozent geklettert. (ISIN XS1273507100)

Nutznießer des Ganzen sind die Sparer. Sie können zumindest für vier Monate einen Top-Tagesgeldzins einstreichen. 1,25 Prozent sind Spitzenzinsen für Neukunden oder neue Anlagen im Tagesgeldranking der Frankfurter FMH-Finanzberatung, die Tages- und Festgeldzinsen beobachtet. So viel zahlt nur noch die VW-Schwesterbank Audi Bank und die genossenschaftliche PSD Rhein-Neckar-Saar für Kunden ihres Einzugsgebietes.

Seite 1:

So sollen deutsche Sparer VW stützen

Seite 2:

Angebote sind begrenzt

Kommentare zu " Dieselgate und Liquidität: So sollen deutsche Sparer VW stützen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die lukrativsten Aktien sind nach meinen Recherchen die der Fed.
    Können Sie mir sagen, wo man die erhalten kann? Jedenfalls habe ich keine Börse gefunden, an der sie gelistet sind.
    Alleine schon die festgesetzte jährliche Dividende von 6% ist nicht zu verachten:
    "After all necessary expenses of a Federal reserve bank have been paid or provided for, the stockholders of the bank shall be entitled to receive an annual dividend of 6 percent on paid-in capital stock."
    http://www.federalreserve.gov/aboutthefed/section7.htm
    Die 6% bekommt man immer. Risikolos. Nicht so wie bei VW. Die müssen ja Gewinne erzielen. Da kan es einem dann auch absolut gleichgültig sein, wenn der Laden selber dann irgendwann Negativzinsen für die Anderen festschreibt.
    Also wo kriege ich die Dinger her??

  • So lukrativ wie VW, DB, K+S, EON, RWE, Telekom, Allianz usw. Da wird man über Nacht Millionär aber nur wenn man vorher Milliardär war.

  • Man muss noch nicht mal direkt in Aktien gehen...es reicht ein Call
    denn die gibt es VORbörslich immer billig. VOR Xetrastart fast wertlos....aber dann mit 200% und mehr keine Seltenheit
    Am Montag der tiefste Kurs VOR Xetrastart,so wird das gemacht,wundert sich keiner
    aber am Dienstag das Tief erst nach 10 Uhr,schon komisch,gestern das Tief sogar erst kurz nach 11 Uhr.....aber heute das Tagestief um 09:07 Uhr...wird doch wieder,zwar auch noch NACH Xetrastart,aber morgen klappt es dann bestimmt wieder

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%