Differenzkontrakte
Konkurrenz für Zertifikate

Der deutsche Markt für Differenzkontrakte kommt in Bewegung. Die Postbank steigt als erstes großes deutsches Privatkundeninstitut in das Geschäft mit den spekulativen Kontrakten ein. Auch andere Banken beobachten das wachsende Segment mit Interesse. Allerdings zögern viele noch mit einem Einstieg, weil sie fürchten, dass sie mit CFDs das lukrative Geschäft mit Zertifikaten schwächen.

FRANKFURT. Mit Differenzkontrakten (Contracts for Difference, CFDs) können Anleger auf speziellen Onlinekonten außerbörslich auf steigende oder fallende Kurse von Aktien, Indizes, Rohstoffen oder Währungen spekulieren. Im Unterschied zum Direktinvestment müssen Anleger bei CFDs nur einen Bruchteil des Kapitaleinsatzes als Sicherheitsleistung hinterlegen (siehe Seite 3). Dadurch ergibt sich eine Hebelwirkung, die große Chancen, aber auch hohe Risiken birgt. Bisher sprachen CFDs daher ausschließlich spekulativ orientierte Trader an, deren Zahl in Deutschland auf rund 150 000 bis 200 000 geschätzt wird.

"Der Einstieg der Postbank ist der Durchbruch für CFDs in Deutschland", sagt René Diehl, der die Differenzkontrakte vor drei Jahren mit dem britischen Anbieter CMC Markets nach Deutschland brachte. "CFDs sind zurzeit das attraktivste Segment am deutschen Kapitalmarkt", ist er überzeugt. Nach seinem Ausscheiden bei CMC bereitet Diehl zurzeit ein eigenes CFD-Angebot vor, das im zweiten Halbjahr starten soll.

Dass ausgerechnet die Postbank, deren Kundschaft als eher konservativ gilt, jetzt mit einem CFD-Angebot startet, hat in Finanzkreisen einige Verwunderung ausgelöst. Stefan Eich, Produktmanager für Fonds und Wertpapiere bei der Postbank, sieht in dem Vorstoß aber eine Chance, neue Zielgruppen zu erschließen: "Wir wollen das Angebot für aktive Anleger erweitern. Und hier bieten sich CFDs an, weil sie ein innovatives Produkt am deutschen Derivatemarkt sind, gleichzeitig aber im Vergleich zu Zertifikaten und insbesondere Optionsscheinen transparenter und leichter zu verstehen sind."

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