Digitale Vermögensverwaltung Siemens setzt auf Robo-Advisor

Starke Partner können für den Erfolg junger Firmen entscheidend sein. Das gilt besonders, wenn Start-ups ein Vertrauensgut verkaufen – etwa digitale Finanzberatung. Scalable Capital bekommt jetzt Rückenwind von Siemens.
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Stefan Mittnik, Florian Prucker, Erik Podzuweit (v.l.) trumpfen mit Erfolgsmeldungen auf. Quelle: PR
Die Gründer von Scalable Capital

Stefan Mittnik, Florian Prucker, Erik Podzuweit (v.l.) trumpfen mit Erfolgsmeldungen auf.

(Foto: PR)

FrankfurtDigitale Finanzberater, sogenannte Robo-Advisors, versprechen eine moderne Art der Geldanlage. Ausgeklügelte Algorithmen sollen das Geld der Kunden vermehren. Und obendrein werben alle mit einfacher Bedienung und günstigen Gebühren.

Das Problem: Vielen digitalen Finanzberatern fehlt die wichtigste Zutat – die Kunden. Beim Anbieter Scalable Capital könnte sich das jetzt ändern. Die Münchner haben eine Kooperation geschlossen, dank der sich die Kundenzahl bald deutlich erhöhen könnte. Ihr Partner heißt Siemens. Der Weltkonzern will das Angebot des Finanz-Start-ups – auch Fintech genannt – über seine Tochter Siemens Private Finance den eigenen Mitarbeitern empfehlen. Inklusive ehemaliger Angestellter und Angehörigen ergibt das 250.000 potenzielle Kunden in Deutschland.

Wer das Angebot nutzen will, muss auf der Internetseite des Robo-Advisors zunächst einige Fragen zu seinen Vermögensverhältnissen, seinen Erfahrungen mit Finanzprodukten und seiner Risikoneigung beantworten. Der digitale Vermögensverwalter schlägt dann ein Portfolio vor, das sich überwiegend aus passiven Fonds (ETFs) zusammensetzt.

Einmal eingerichtet, passen die Analysten von Scalable das Portfolio laufend an die aktuellen Marktrisiken an, ohne dass der Kunde jeder Aktion zustimmen muss. Möglich ist das, da Scalable eine Vermögensverwalterlizenz der deutschen Finanzaufsicht Bafin hat – ebenso wie die Konkurrenten Whitebox, Quirion, Vaamo und Liqid. Andere Anbieter wie etwa Ginmon, Growney oder Easyfolio passen das einmal erstellte Portfolio nicht an die aktuelle Marktlage. Sie sorgen lediglich dafür, dass die Gewichtung einzelner ETFs gleich bleibt.

Für das Münchener Start-up Scalable ist die Kooperation mit Siemens ein wichtiger Schritt, denn der Markt der digitalen Finanzberater wächst stetig. Laut einer Analyse des Fintech-Beratungshauses Techfluence gibt es in Deutschland derzeit etwa 23 Robo-Advisors, Tendenz steigend.

Investments, Namen und Kooperationen 2017
ING startet Fintech-Fonds
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Die niederländische Bank ING hat am 25. Oktober bekannt gegeben, dass sie den 300-Millionen-Euro schweren Fonds ING Ventures gestartet hat, um damit in Fintechs zu investieren. Mit Fintechs zu kooperieren und in sie zu investieren gehöre zum Kern ihrer Innovationsstrategie. Weltweit hat die Bank nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Jahren bereits 115 strategische Partnerschaften und Investments getätigt.

Deutsche Bank startet Digi-Venture-Fonds
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Die Deutsche Bank beteiligt sich mit knapp 25 Prozent am Fintech Dwins. Es ist das erste Investment des neuen Digi-Venture-Fonds der Privatkundensparte. Der Fonds soll in strategisch interessante Finanztechnologie-Unternehmen investieren und ist aktuell mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag ausgestattet. Ab Dezember sollen Deutsche Bank-Kunden den von Dwins entwickelten Finanzplaner „Finanzguru“ exklusiv nutzen können...

N26 will in die USA expandieren
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Die Smartphone-Bank N26 will ab Mitte 2018 in den US-Markt eintreten und Kunden dort ein Girokonto mit Karte, Überweisungen, Barabhebungen sowie einem speziellen Kundenbindungsprogramm anbieten. Nach Angaben des Berliner Finanztechnologie-Start-ups können sich US-amerikanische Kunden ab sofort in eine Warteliste eintragen. „Die USA sind ein spannender Markt für N26, der uns große Möglichkeiten eröffnet“, sagte Gründer und Geschäftsführer Valentin Stalf, der die Pläne am 23. Oktober in Las Vegas vorstellte...

Bux sammelt 10,6 Millionen Euro ein
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Die niederländische Börsen-App Bux hat 10,6 Millionen Euro von einem Investorengremium um den deutschen Fonds Holtzbrinck Ventures eingesammelt. Bux widmet sich einem sehr deutschen Problem: der weit verbreiteten Angst vor Aktien. Gründer Nick Bortot (Foto) will vor allem jungen Leuten die Börse spielerisch näherbringen. Das Amsterdamer Start-up soll bereits 1,2 Millionen Nutzer haben, ein Drittel davon in Deutschland und Österreich...

JP Morgan übernimmt WePay
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JP Morgan hat den Zahlungsdienstleister WePay übernommen. Wie am 18. Oktober bekannt wird, will die größte US-Bank damit wohl rund vier Millionen kleine Unternehmen besser in den hauseigenen Zahlungsverkehr integrieren...

Compeon erhält zwölf Millionen Euro
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Der auf Firmenkunden spezialisierte Kreditvermittler Compeon sammelt zwölf Millionen Euro ein. Wie die Vermittlungsplattform für Unternehmensfinanzierungen am 12. Oktober meldet, stammt das Geld von seinen Altinvestoren. Angeführt wurde die zweite Finanzierungsrunde von Tengelmann Ventures. Beteiligt sind daneben auch btov Partners und Dieter von Holtzbrinck Ventures – letztere gehört zur Verlagsgruppe Handelsblatt. Compeon bezeichnet sich selbst als Marktführer unter den digitalen Plattformen für gewerbliche Finanzierungen und kooperiert mit mehr als 220 Banken, Fördermittelanbietern und Spezialfinanzierern. Gegründet wurde das Fintech von Nico Peters, Frank Wüller und Kai Böringschulte (Foto: von links). Die Plattform ging Mitte 2013 an den Markt.

Element bekommt Bafin-Lizenz
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Das von dem Berliner Company-Builder Finleap gegründete Start-up „Element“ hat für sein Versicherungsgeschäft eine Lizenz von der Finanzaufsichtsbehörde Bafin erhalten. Wie das Fintech am 11. Oktober meldet, gilt die Erlaubnis für Schaden- und Unfallversicherungen, was Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Rechtsschutzversicherungen sowie das Reisegeschäft einschließt. Als möglichen Partner nennt Element neben anderen Start-ups aus der Versicherungsbranche – sogenannten InsurTechs – auch etablierte Marken und Händler sowie klassische Versicherungen und Vermittler. Geschäftsführer Sascha Herwig (links im Bild, mit Wolff Graulich und Henning Groß) war zuletzt Bereichsleiter bei der Nürnberger Versicherung.

Siemens-Mitarbeiter konnten über die „Private Finance“-Sparte des Konzern bislang schon zu vergünstigten Konditionen Versicherungs- und Vorsorgeprodukte sowie Baufinanzierungen abschließen. „Wir möchten unsere Mitarbeiter für die Bedeutung des privaten Vermögensaufbaus über den Kapitalmarkt sensibilisieren“, erklärt Siemens-Manager Alexander Mahnke das Angebot. Nach Analyse der Marktes habe man sich für Scalable als weiteren Partner entschieden. Schließlich biete das Fintech „ideale Voraussetzungen für den langfristigen Vermögensaufbau“, so Mahnke.

Whitebox wirbt mit hohen Renditen
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