Dividenden
Dax-Konzerne schütten Milliarden aus

Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise streichen Aktionäre in den kommenden Wochen üppige Dividenden ein. Die 30 größten börsennotierten Konzerne im Dax schütten insgesamt 23,5 Mrd. Euro aus, wie Berechnungen des Handelsblatts in Zusammenarbeit mit der Commerzbank ergeben. Gemessen am stark gefallenen Börsenwert der Top-Konzerne von nur noch 500 Mrd. Euro, ist das so viel wie noch nie.

DÜSSELDORF. Auch gestern kündigten weitere Konzerne hohe Dividenden an: Der Kosmetikkonzern Beiersdorf steigert seine Dividende von 70 auf 90 Cent je Aktie. Die Münchener Rück will ihre Dividende trotz eines massiven Gewinneinbruchs im abgelaufenen Quartal immerhin stabil halten.

Zwar sinkt die Ausschüttungssumme in allen Dax-Konzernen zusammen in absoluten Zahlen im Vergleich zum Rekordbetrag vor einem Jahr um gut 15 Prozent. Allerdings brachen die Nettogewinne, an denen sich die Dividende orientiert, gleichzeitig um fast 40 Prozent ein. Elf der 30 Dax-Konzerne dürften ihre Dividende sogar erhöhen. So verfünffacht der Düngemittelspezialist K+S seine Ausschüttung.

"Dividenden sind ein Blick in den Rückspiegel und belegen die guten Geschäfte vor allem im ersten Halbjahr 2008. In Zukunft werden sie drastisch sinken", sagt Andreas Hürkamp von der Commerzbank. Automobilhersteller wie BMW und Daimler könnten 2009 in die Verlustzone rutschen, so dass sie 2010 vermutlich keine Dividende mehr zahlen werden. Auch bei Volkswagen und der Lufthansa sei eine Senkung wahrscheinlich. "Der Härtetest steht erst 2010 an", erwartet Hürkamp.

Die Unternehmen stecken in einem Dilemma. Einerseits könnten sie das verdiente Geld selbst gut gebrauchen. Und zudem dringen viele Politiker wie zuletzt SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier darauf, Dividenden und nicht Arbeitsplätze zu streichen.

Andererseits versuchen die Konzerne, ihre Aktionäre in schwierigen Zeiten mit stabilen Ausschüttungen bei der Stange zu halten. Auch viele Analysten achten auf Dividendenstabilität. Daraus leitete gestern die US-Bank J.P. Morgan auch ihre Empfehlung für den Versicherungsriesen Allianz ab.

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