Dividenden der Volks-, Raiffeisen- und Sparda-Banken liegen zwischen vier und sieben Prozent
Genossenschaftler erhalten hohe Zinsen

Anteilseigner von Genossenschaftsbanken profitieren von Dividenden zwischen vier und sieben Prozent und einer fast risikolosen Geldanlage. Im vergangenen Jahr schütteten die Banken laut Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) durchschnittlich 5,43 Prozent Gewinn auf die Anlagesumme aus.

HB DÜSSELDORF. Eine lohnende Investition, verglichen mit Bundesschatzbriefen, die nach zwei Jahren Laufzeit nur 2,37 Prozent Rendite bringen. Gewisse Einschränkungen gibt es allerdings; denn der Anleger kann nicht kurzfristig über sein Geld verfügen, und die Anlagebeträge sind meist begrenzt.

Das Kernkapital von Kreditgenossenschaften setzt sich aus Anteilen ihrer Mitglieder zusammen. Nach dem Genossenschaftsgesetz vom 1. Mai 1889 ist es Ziel der Banken, ihre Anteilseigner wirtschaftlich zu fördern. Deswegen geben Genossenschaftsbanken die Papiere meist nur an eigene Kunden aus. Außerdem werben sie kaum mit der Mitgliedschaft und knüpfen die Aufnahme oft an Bedingungen, beispielsweise Wohnsitz oder Arbeitsplatz im Einzugsbereich der Bank. Dass die Anlage attraktiv ist, zeigen die steigenden Mitgliedszahlen: Ende 2003 hielten 15,28 Millionen Genossen Anteile. Die Zahl der Aktionäre und Fondsbesitzer lag dagegen laut Deutschem Aktieninstitut 2003 bei 11,13 Millionen.

Steuerlich werden die Ausschüttungen wie Dividenden von Aktiengesellschaften behandelt. Die Hälfte der Dividende ist steuerfrei, der Rest muss zum persönlichen Steuersatz versteuert werden, sofern der Sparerfreibetrag überschritten wird. Bis 2001 erhielten Genossen oft eine Brutto-Dividende von acht Prozent, die eine Körperschaftsteuer- Gutschrift enthielt. Mit der Steuerreform von 2000 wurde dieser Bonus abgeschafft.

Die Frankfurter Volksbank schüttet aktuell eine Dividende von sechs Prozent je 50-Euro-Anteil aus. Zum 140. Geburtstag der Bank gab es 2003 zusätzlich einen Bonus von 1,4 Prozent. „Allerdings können nur Kunden bei uns Mitglied werden, zu denen wir eine enge Geschäftsbeziehung haben“, sagt Eva Wunsch-Weber, Leiterin des Grundsatz-Dezernats der Bank. Außerdem kann nur Anteile zeichnen, wer in Frankfurt und Umgebung wohnt; satzungsgemäß bis zu 200 Stück pro Person. Eine vierköpfige Familie könnte also bis zu 40 000 Euro in Genossenschaftsanteile investieren.

Diese Obergrenze gibt es bei Deutschlands zweitgrößter Genossenschaftsbank, der Berliner Volksbank, nicht. Mitglieder müssen nach Angaben der Bank auch nicht in Berlin wohnen, sondern lediglich ein Konto bei der Bank führen. Dafür werden die 52-Euro-Anteile nur mit vier Prozent verzinst. Eine beachtliche Dividende für ein Institut das in der Endphase einer schweren Konsolidierung steckt.

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