Dividenden
Der warme Regen

Die Zinsen sinken immer tiefer, konservative Anleger suchen nach sicheren Alternativen. Deshalb rücken jetzt Dividendenaktien in den Fokus. Warum die Ausschüttungen steigen und wo es am meisten zu holen gibt.
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Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann aktuell mit seinem Vermögen wenig anfangen. Tagesgeld bringt aktuell im Schnitt nur noch 0,6 Prozent, Festgeld über 12 Monate nur 0,4 Prozent. Noch schlechter notieren Sparbücher, der Spareckzins liegt bei 0,2 Prozent.

Auch wenn die Inflation wegen der sinkende Energiepreise in Deutschland laut statistischen Bundesamt mit 1,0 Prozent auf den tiefsten Stand seit August 2010 gefallen ist, dürften solche Renditen anspruchsvolle Anleger kaum überzeugen.

Trotz Aktienboom – Von der aktuellen Börsenhausse profitieren die wenigsten Deutschen. Allein im vergangenen Jahr trennten sich nach Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) 600 000 Menschen in Deutschland von Aktien oder Aktienfonds, seit 2001 kehrten 3,9 Millionen Menschen der Börse den Rücken. Kursstürze wie nach dem 11. September oder der Lehman-Pleite haben das Vertrauen beschädigt.

Dabei gibt es einen Airbag für Anleger, wie Experten immer wieder betonen: Die Dividende. Die Ausschüttung hilft, Kursverluste abzufedern und gilt als Hinweis für verlässliche Unternehmenspolitik. Jörg de Vries-Hippen, Chefanlagestratege Europäische Aktien bei Allianz Global Investors, betont, es gebe keinen besseren Indikator für die Solidität der Gewinnprognosen als die Dividendenpolitik.

Tatsächlich haben Dividenden den deutschen Leitindex auch 2013 kräftig nach oben getrieben, erklärt die Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jella Benner-Heinacher. Inklusive Gewinnausschüttungen habe der Dax rund 25 Prozent zugelegt, ohne Dividenden 18 Prozent: „Die Zahlen zeigen, dass insbesondere bei den 30 größten deutschen Aktiengesellschaften die Gewinnausschüttungen einen beträchtlichen Teil des Kurszuwachses ausmachen.“

Anleger profitieren aktuell von steigenden Dividenden. Nach einer Analyse von Bloomberg schütten die europäischen Unternehmen, die im Stoxx Europe 600 Index gelistet sind, in diesem Jahr 11,54 Euro je Aktie an Dividenden aus. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Datenaufzeichnung im Jahr 2002.

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