Dividenden
Zahltage für Anleger

Mit der Überweisung von Thyssen-Krupp beginnt die Dividendensaison. Anleger können sich in diesem Jahr wieder über Milliarden-Ausschüttungen freuen. Mit welchen Produkten sie von dem Geldregen profitieren können.
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Thyssen-Krupp macht den Anfang: Heute wird die Dividende des Stahlkonzerns auf den Konten der mehr als 250.000 Aktionäre gutgeschrieben. Je Anteilsschein zahlt Thyssen wie im Vorjahr 45 Cent. Es folgt in wenigen Tagen Siemens. Die Hochzeit wird die Dividendensaison aber erst im Mai und Juni haben, wenn die meisten Konzerne aus der ersten Börsenliga zur Hauptversammlung einladen.

Nach Schätzungen des Börseninformationsdienstes Bloomberg werden die Dax-Unternehmen 2012 voraussichtlich 26,9 Milliarden Euro ausschütten. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2007 wurden 27,5 Milliarden Euro von den Dax-Unternehmen ausgezahlt. 4,2 Prozent beträgt die Dividendenrendite im Dax laut Bloomberg im Schnitt. Da können Bundesanleihen nicht mithalten – und auch viele andere Länder- und Unternehmensbonds nicht.

„Die Ausschüttungen der Unternehmen wirken auf die Gesamtrendite des Portfolios ähnlich wie Zinszahlungen, mit denen auch in Baisse-Marktphasen gerechnet werden kann“, sagt Uwe Zöllner, der den Franklin European Dividend Fund managt. „Aktuell liegt der Durchschnitt der Dividendenrenditen europäischer Unternehmen bei circa vier Prozent – das ist mehr als doppelt so hoch wie die Umlaufrendite des zehnjährigen Bunds.“ Die Dividendenrendite errechnet sich aus den gezahlten Dividenden geteilt durch aktuellen Aktienkurs multipliziert mit hundert.

Auf Unternehmen zu setzen, die viel ausschütten, zahlt sich auch langfristig aus. In den vergangenen zehn Jahren schaffte der Dax-Perfomanceindex – einschließlich Dividenden – ein Plus von rund 19 Prozent. Der Dax-Kursindex – ohne Dividenden – notiert dagegen rund elf Prozent im Minus. Auch im Ausland funktioniert die Strategie: In den zurückliegenden 140 Jahren betrug die Gesamtrendite an der Wall Street im Schnitt 8,8 Prozent pro Jahr. Stolze 50 Prozent davon entfielen auf Ausschüttungen. US-Konzerne schütten allerdings traditionell mehr aus als europäische Unternehmen.

Neben der regelmäßigen Überweisung spricht noch etwas für die Aktien mit hoher Ausschüttungsquote: Bei Dividendentiteln sind die Schwankungen in der Regel etwas geringer als etwa bei Wachstumsaktien. Außerdem kommt die Ausschüttung als Puffer obendrauf. Vor allem in stürmischen Börsenzeiten sind Strategien gefragt, die regelmäßige und verlässliche Erträge bieten.

„Auch im neuen Jahr bleibt es schwierig, die richtigen Anlageentscheidungen zu treffen, denn die Unsicherheit an den Märkten wird 2012 weitergehen“, sagt Polly Kwan, Portfoliomanagerin des Fidelity Asia Pacific Dividend Fund. „In dieser Situation stellen Aktienanlagen, die hohe Dividenden mit Wachstumspotenzial kombinieren, eine solide Allwetterstrategie dar.“

Davon können Anleger nicht nur profitieren, wenn sie direkt in die Dividendenstars investieren. Dividendenstrategien lassen sich auch mit Aktienfonds, börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs) und Zertifikaten umsetzen. Die Manager der aktiven Dividendenfonds suchen nach Aktien von Unternehmen, die möglichst schon seit langem hohe Dividenden zahlen oder deren Ausschüttungen künftig steigen könnten. Dividendenfonds gelten als konservativ, zu den Einzelwerten zählen häufig Telekommunikationsunternehmen, Versorger oder Energiewerte.

Kommentare zu " Dividenden: Zahltage für Anleger"

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  • Bin mit allem einverstanden, aber warum veru glimpfen Sie die "Nutten",

  • Aktien lohnen sich immer.

    Und wer Aktien nicht nur kauft und dann schlafen geht, kann gerade hier sein Geld relativ sicher halten und auch mehren.

    Eine weitere Alternative sind Immobilien (Immobilien, aber keine Derivate oder andere Giftpapiere).

    Also bitte hört endlich auf mit dem Gejammer um den Euro und die Staatsverschuldung. Wer so dumm ist, seine Geld nicht vernünftig anzulegen ist selbst schuld, wenn es dann weg ist.


    Reale Sachwerte behalten IMMER ihren Wert

     
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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