Dividendenrendite Die Stunde der Dividendenjäger

Benjamin Graham gilt als Erfinder der sogenannten Dividendenstrategie. Von ihm stammt die Theorie, dass Anleger nur solche Aktien kaufen sollten, die Jahr für Jahr eine hohe Dividende abwerfen. Unter Experten wie Warren Buffett ist Grahams Strategie populärer denn je.
Die Strategien von Benjamin Graham (li.) verfolgen auch heute noch viele Investoren. Quelle: © Bettmann/CORBIS

Die Strategien von Benjamin Graham (li.) verfolgen auch heute noch viele Investoren.

FRANKFURT. Benjamin Graham würde Aktien von RWE kaufen. Er käme um den Stromversorger nicht herum. Zum einen, weil der Kurs zuletzt deutlich gefallen ist, und zum anderen, was noch wichtiger ist, weil das Unternehmen eine üppige Dividende ausschüttet.

Graham gilt als Erfinder der sogenannten Dividendenstrategie. Von ihm stammt die Theorie, dass Anleger nur solche Aktien kaufen sollten, die Jahr für Jahr eine hohe Dividende abwerfen. Graham ist seit mehr als 30 Jahren tot, aber seine Idee lebt weiter. Warren Buffett etwa, Grahams Schüler und Profi-Investor, schwört auf die Dividendenstrategie. Unter Experten ist sie inmitten der Finanzkrise populärer denn je.

"Gerade in schwierigen Zeiten sind Dividenden ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung einer Aktie", sagt Felix Adrian von Cominvest. Die Dividende sei ein wichtiges Signal für das Vertrauen der Unternehmen in die eigene Geschäftsentwicklung.

Die Geschäfte laufen bei den meisten Unternehmen nicht besonders gut. Auch die Dividenden, die die Firmen an ihre Aktionäre ausschütten, fallen weniger üppig aus als in vergangenen Jahren. Die 30 Dax-Konzerne dürften diesmal nur noch knapp 22 Mrd. Euro ausschütten - 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Noch stärkere Einbußen als bei den Großkonzernen drohen den Anlegern bei Aktien aus den Nebenwerte-Indizes MDax und SDax. Bei einigen Firmen werden die Ausschüttungen ganz ausfallen, sagt Sonja Schemmann, Fondsmanagerin bei Schroders.

Das beunruhigt vor allem jene Aktionäre, die durch hohe Dividenden der vergangenen Jahre verwöhnt sind. Wer seine Aktien vor Jahren zu hohen Kursen gekauft hat, fühlt sich nun doppelt bestraft: Er muss herbe Kursverluste verkraften und sich dann auch noch mit einer geringeren Dividende begnügen.

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