Dominik Hojas Warum ein Medienunternehmer für Kleinanleger in Österreich kämpft

Der Herausgeber der Zeitschrift „Börsianer“, Dominik Hojas, will eine Stiftung für Kleinanleger gründen - und sammelt kräftig Geld ein.
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Seit Sommer vergangenen Jahres besuchte der 31-jährige Herausgeber der Zeitschrift „Börsianer“ die 50 wichtigsten Unternehmen in Österreich, um Geld für seine Stiftung einzusammeln. Quelle: picture alliance / APA/picturede
Dominik Hojas

Seit Sommer vergangenen Jahres besuchte der 31-jährige Herausgeber der Zeitschrift „Börsianer“ die 50 wichtigsten Unternehmen in Österreich, um Geld für seine Stiftung einzusammeln.

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WienWie ein Bilderbuch-Gentleman des 21. Jahrhunderts ist Dominik Hojas gekleidet. Der Anzug ist wie maßgeschneidert, die Krawatte sitzt auf den Millimeter perfekt wie der Scheitel. Der Miteigentümer des Finanzverlages Wayne Financial Media und Herausgeber der Zeitschrift „Börsianer“ achtet auf sein äußeres Erscheinungsbild in perfekter Manier. Denn Seriosität ist die Währung in der Finanzbranche.

Ein perfektes Image braucht der 31-jährige Unternehmer, der auf dem Höhepunkt der Finanzkrise seinen Verlag in Wien gegründet hatte. Denn Hojas wird Anfang April die Stiftung der Interessensvertretung für Anleger aus der Taufe heben. Damit wird er zum ersten Anwalt der Kleinanleger in der Alpenrepublik. Seit Sommer vergangenen Jahres besuchte Hojas die 50 wichtigsten Unternehmen in Österreich, um Geld für seine Stiftung einzusammeln. „Wir haben ausschließlich positives Feedback aus der Wirtschaft erhalten“, berichtet der designierte Vorstand Thomas Melzer, ehemals Finanzvorstand beim Strumpfhersteller Wolford. Hojas selbst will sich zur Höhe der Spenden der Unternehmen für die gemeinnützige Stiftung nicht äußern. Brancheninsider gehen von einem einstelligen Millionenbetrag aus. Die Gründungsurkunde der Stiftung ist bereits in Arbeit.

Mit der Gründung der Stiftung wird die bisher als Verein agierende Interessensvertretung für Anleger eingestellt. Ihr bisheriger Vorsitzender Wilhelm Rasinger tritt nach fast zwei Dekaden ab. Der 69-Jährige wird nur noch in einigen Squeeze-outs aus rechtlichen Gründen aktiv sein. Es war Rasinger, der Hojas für den Generationswechsel entdeckt hat. Nach kurzem Zögern stimmte der Unternehmer zu.

In Österreich ist die Aktienkultur stark unterentwickelt. Nur lediglich zwei bis drei Prozent der Bevölkerung investieren ihr Erspartes in Wertpapiere. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, das zu verändern. Sie hofft auf Rückenwind durch die rechtskonservative Regierung, die sich die Stärkung des Finanzmarktes Österreich zum Ziel gesetzt hat. „Die Stiftung soll ein wichtiger Hebel werden, um die Anleger in Österreich zu stärken“, sagt Hojas. Denn auf den Hauptversammlungen bei Voestalpine, OMV und anderen österreichischen Unternehmen dominieren die institutionellen Investoren.

„Ich bin vom Herzen Unternehmer und leidenschaftlicher Börsianer“, sagt Hojas über sich selbst. Am Finanzplatz Wien genießt der Jungverleger einen guten Ruf. Künftig wird er als ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Stiftung Interessensvertretung für Anleger noch stärker im Rampenlicht stehen. Ein Interessenskonflikt an Miteigentümer eines Finanzverlages und dem Amt als Anlegerschützer sieht er nicht. „Es kann keinen operativen Einfluss geben“, verspricht Hojas im Hinblick auf das eigene Geschäft. Unterstützt wird er bei seinem Kampf um einen besseren Anlegerschutz im dreiköpfigen Vorstand vom Unternehmensberater Thomas Melzer, früher Vorstand bei Strumpfhersteller Wolford, und der Veranlagungsexpertin Erika Kartnig. Hojas verspricht in seiner neuen Funktion kein Aufsichtsratsmandat oder eine Stimmrechtsvertretung zu übernehmen. Ihm geht es vor allem um eine Professionalisierung des Anlegerschutzes und dazu gehört eine saubere Trennung der Interessen. 

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