Dow Jones und S&P 500
Warum Anleger trotz allem über US-Aktien jubeln

Die Rally an der Börse läuft und läuft – allen Rücksetzern zum Trotz. Wichtige US-Indizes haben neue Rekorde markiert. Geht die Party an der Wall Street weiter oder kippt die Stimmung? Alle blicken auf die US-Notenbank.
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Düsseldorf.Die US-Börsen haben ihre Rekordjagd wieder aufgenommen. Sowohl der Standardwerteindex Dow Jones als auch der breitere S&P 500 haben in dieser Woche neue Allzeithochs erreicht – und tendieren auch am Mittwoch auf Rekordniveau. Spekulationen, die US-Notenbank Fed könnte die Zinserhöhung verschieben, treiben die Kurse. Ausgelöst wurden die Spekulationen von abermals schwachen Konjunkturdaten – diesmal vom Häusermarkt.

Die alles entscheidende Fragen: Wann kommt die Zinserhöhung? Ursprünglich war sie für den September erwartet worden. Wie hoch fällt sie aus? Wann folgt die nächste? Die jahreslange Rally an den weltweiten Aktienmärkten ist getrieben vom billigen Geld der Notenbanken. Fällt dieser Katalysator aus, könnte es unangenehm werden. Kein Wunder, dass Börsianer seit Monaten gespannt auf jeden noch so kleinen Hinweis zu künftigen Zinspolitik warten.

Mit Spannung wurde deshalb auch das aktuelle Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed erwartet, dass am Mittwochabend veröffentlich wurde. Dabei gab es keine Überraschung. Im Juni werden die Zinsen wohl noch nicht angehoben. Diese Option halten viele Mitglieder für „unwahrscheinlich“, heißt es in dem Protokoll.

Trotz der positiven Tendenzen stellt sich Anlegern natürlich mit jedem neuen Rekord die Frage, ob die Märkte nicht langsam heiß gelaufen sind und die Aktien schlicht zu teuer geworden sind. Sind die neuen Rekorde vielleicht gar kein Grund zum Feiern sondern ein Warnsignal?

„Aktionäre amerikanischer Aktiengesellschaften haben seit Jahren Grund zu Freude“, sagt Christoph Bruns, Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys. „Angeführt durch den Technologiesektor erklimmt der US-Markt neue Rekorde. Auch die Gefahr steigender Zinsen konnte der Aktienhausse bislang keinen Abbruch tun.“ Warnende Worte klingen anders.

Auch Jörg Boysen ist optimistisch. „Neue Höchststände sind grundsätzlich immer erfreulich, aber dieser Ausbruch ist eher als ein Aufholen zu anderen Märkten zu werten“, sagt der Leiter Portfoliomanagement Aktien bei Deka Investment. „Im Grunde sind die amerikanischen Börsen seit dem Herbst nur seitwärts gelaufen, während sich Europa, Japan und auch die Schwellenländer in dieser Zeit prächtig entwickelt haben.“ Während der Dax seit Jahresbeginn mehr als 20 Prozent zugelegt hat, schaffte der Dow Jones gerade mal ein vergleichsweise mageres Plus von knapp drei Prozent.

Weder Wirtschafts- noch Unternehmensdaten – hier belastete auch die Dollar-Rally – konnten Anleger sonderlich überzeugen. „Das macht aber nichts, solange die Zinsen und damit der Hauptwettbewerber der Aktienanlage historisch niedrig bleiben“, sagt Fondsmanager Bruns. Die Fed wisse dies und werde alles tun, um die Ruhe am Aktienmarkt zu bewahren. Außerdem wolle die Fed auch nicht den zarten Aufschwung am Immobilienmarkt durch allzu drastische Zinsaktionen abwürgen.

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