Drei Strategien, drei Depots: „Der Versuch cool zu sein gelingt nicht“

Drei Strategien, drei Depots
„Der Versuch cool zu sein gelingt nicht“

Die Erwartungen an das neue Blackberry waren groß. Doch seit dem Start vor einem Monat hat das neue Modell bisher nur enttäuscht. Für Frank Wiebe steht fest: Blackberry sollte selbst einen neuen Trend durchzusetzen.
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„Das was fällt, das soll man auch noch stoßen.“ Ich weiß nicht wie viele Analysten dieses Zitat von Nietzsche kennen – aber eine Menge von ihnen halten sich daran. So haben am Montag die Aktienexperten von Goldman Sachs Blackberry zurückgestuft. Die Aktie war am Freitag schon gefallen, die Rückstufung setzte sie zusätzlich unter Druck.

Die kanadische Firma hatte am Freitag den Verkauf eines neuen Modells in den USA gestartet. Und dabei verlief der „Schlangen-vor-den-Geschäften-Test“ nicht besonders gut. Es gab keinen vergleichbaren Andrang wie bei der Markteinführung von Apple-Produkten. Ob das wirklich so viel über den längerfristigen Erfolg aussagt, sei dahin gestellt. Aber der Versuch, cool zu sein, gelingt im Moment offenbar allenfalls noch Samsung. Ein Glück, dass ich diese Aktie im Depot habe.

Ein Problem bei Blackberry ist wohl auch, dass die Firma einen neuen Hoffnungsträger präsentiert, der allzu deutlich eine Art I-Phone sein will und kein Blackberry mehr. Denn mit der Firma Blackberry verbindet man nun einmal eine solide Tastatur - und es gibt durchaus Nutzer, die genau das haben wollen. Das neue Modell verzichtet darauf. Dafür soll es bald ein zweites Modell neu geben, das wieder eher wie ein richtiger Blackberry aussieht.

Die Kanadier stecken da schon in einer Zwickmühle. Es zeigt sich: Entweder man imitiert sehr schnell einen Trend, mit dem andere erfolgreich sind, um noch ein bisschen von den anfänglich hohen Margen abzugreifen. Oder man lässt es bleiben und versucht selbst einen neuen Trend durchzusetzen. Aber der Mittelweg - erst nicht reagieren und dann zu spät hinterher laufen - bringt keine ordentlichen Gewinne. Vielleicht muss Blackberry einen Weg finden, den Käufern klarzumachen, dass Blackberry Blackberry bleibt und dass das eigentlich viel cooler professioneller ist als mit einem I-Phone herumzulaufen, das mittlerweile fast jeder hat. Keine leichte Aufgabe.

Kommentare zu " Drei Strategien, drei Depots: „Der Versuch cool zu sein gelingt nicht“"

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  • Das ist wirklich ein Artikel, der mir die Haare zu Berge stehen lässt. Da frage ich mich, was BBRY im Rahmen der Produktpräsentation sowie der bisherigen Kommunikation so derart falsch gemacht haben muss, dass der Autor zu solchen Urteilen kommt, oder aber, ob der Autor sich überhaupt und auch nur irgendwie mit dem BlackBerry Z10 und BlackBerry 10 auseinandergesetzt hat.

    Das Z10 ist keineswegs ein Versuch, cool zu sein, noch will es ein iPhone sein, "irgendwie" schon gar nicht. Wie kommt man hierauf? Das Produkt ist in seinem Gesamtpaket sehr allein auf weiter Flur und unterscheidet sich von einem iPhone in Sachen Bedienung, Features, Fokus und Technologie grundlegend. Und ganz genauso ist es auch positioniert und wird entsprechend zielgerichtet beworben. Nicht zuletzt ist "Doch seit dem Start vor einem Monat hat das neue Modell bisher nur enttäuscht." eine schlichte Falschaussage.

    Ich werde das Gefühl nicht los das hier zu 100% Hörensagen und Bauchgefühl am Werk waren und nicht ein Hauch Eigenrecherche in irgendeiner Reichtung, abgesehen vom Überfliegen von ein Paar Artikel der Kollegenaus letzter Zeit (die ebenso kaum einen blassen Dunst haben).

    Ich denke inzwischen BlackBerry hat vor allem das Problem das Apple in der Medienbranche seit eh und je sehr gefragt ist (v.a. auch als Arbeitsgerät für Kreative) und daher wohl 90% der Schreiberlinge ein iPhone auf dem Tisch und Scheuklappen im Gesicht haben. Und diese "Journalisten" modellieren dann aus reiner Ignoranz die Marke BBRY und auch das neue Produkt kaputt. Traurig.

  • Wer die Aktie Blackberry kritisiert, der sollte sich mal die Bilanz der Firma anschauen, die ist grundsolide. Ferner sollte man sich vergegenwärtigen, dass der Blackberry-Einsatz vorwiegend auf Firmen zielt. Für einen IT-Verantwortlichen wäre es ein Alptraum, Firmendaten auf I-Phones zu verteilen. Dass keine Schlangen vor den Läden in den USA zu sehen waren: Nun, das hat sich bei IBM auch nie ereignet. Das ist eine ganz andere Zielgruppe, die das veranstaltet.

  • Warum lesen Sie eigentlich diese Tipps bzw. diesen Artikel, wenn Sie von vornherein wissen, dass sie nichts davon interessiert oder sie etwas davon umsetzen wollen. Nur um im Nachgang darüber lästern und sich aufspielen zu können??

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