Drei Strategien, drei Depots: Die guten Zeiten fürs Depots können kommen

Drei Strategien, drei Depots
Die guten Zeiten fürs Depots können kommen

Die Aktionäre wollen Geld sehen, weiß unser Autor Frank Wiebe. EZB-Präsident Mario Draghi hat ihnen heute zumindest eine Kurserholung beschert. Die Papiere einer Autorin stagnierten zuletzt – das könnte sich nun ändern.
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Ein Thema beschäftigt die Finanzwelt mal wieder besonders intensiv: der Euro. Nicht dass Europas Währung schon wieder vor dem Zusammenbruch stünde. Im Gegenteil: Diesmal ist das Problem, dass der Euro auf wundersame Weise wiedererstarkt ist.

Der Euro hat in den vergangenen Monaten gegen alle wichtigen Währungen der Welt gewonnen. Gegen den Dollar legte er in sechs Monaten mehr als acht Prozent zu. Gegen das britische Pfund gewann er im selben Zeitraum mehr als sieben Prozent. Und wem das noch nicht genug ist, der muss nur nach Japan schauen: Rund 23 Prozent hat Euro gegen den Yen gewonnen.

Das Problem: Die Aufwertung belastet die Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Zone. Nicht ausgeschlossen, dass der Euro noch ein wenig weiter steigen wird. Aber ich denke, dass die EZB über kurz oder lang gegensteuern wird, auch wenn Draghi öffentlich etwas anderes sagt. „Grundsätzlich verfolgen wir kein Wechselkursziel“, sagte der EZB-Präsident heute nach der Ratssitzung.

Im Nachsatz betonte er allerdings, dass der Wechselkurs für Konjunktur und Preisstabilität sehr wohl von Bedeutung sei. Bald wird es wohl Zeit, auf einen fallenden Euro zu setzen. Schon während Draghi redete fiel der Euro um ein Prozent – unter 1,34 Dollar.

Die Börsianer hatten große Hoffnungen in Mario Draghi gesetzt. Und zumindest einigen Investoren gefiel, was der EZB-Chef sagte: Er erwarte eine Konjunkturerholung im späteren Jahresverlauf, während die Gefahr einer Inflation gering sei – was es der Notenbank erlaube, an den rekordniedrigen Zinsen festzuhalten. Die Konjunkturschwäche werde „nur zu Anfang” des Jahres anhalten, erklärte er. Der Euro fiel daraufhin zurück, während sich die Kurse am Aktienmarkt erholten.

„Am Markt spekulieren einige, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik möglich sein könnte“, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg laut Reuters. „Wir sehen aber trotzdem noch keine Hinweise darauf, dass die EZB schon in der nächsten Sitzung die Zinsen senken wird“, betonte er.

Die Reaktion der Börse bedeutet wohl, dass ich mit meiner starken Ausrichtung auf Aktien richtig liege. Von mir aus können die guten Zeiten bald kommen. Denn dann sollte es auch wieder mit meinem Depot aufwärts gehen. Zuletzt war der Anstieg meiner Aktien ins Stocken geraten. Aber ich zweifle deswegen nicht an meinen Investitionen – sie sollen sich schließlich langfristig lohnen. Und bislang ist nur meine jüngster Zukauf im Minus: Die Hugo-Boss-Aktie. Alle anderen Positionen sind im grünen Bereich.

Vorzugsaktien sind oft ein Ärgernis für Aktionäre. Denn sie besitzen keine Stimmrechte und dienen häufig dazu, einem Kern von Altaktionären die Macht zu sichern. Greenlight Capital, eine US-Investmentfirma, sieht es aber anders: Das Unternehmen drängt Apple, Vorzugsaktien auszugeben.

In einer Presseerklärung fordert es die Aktionäre auf, gegen einen Vorschlag der Verwaltung in der Hauptversammlung zu stimmen, der die Ausgabe von Vorzugsaktien erschweren würde. Der Grund: Vorzugsaktien bieten im Vergleich zu Stammaktien eine höhere Dividende. Mit diesen Papieren könnte Apple daher einen Teil seines hohen Barvermögens an ausschütten, meint Greenlight. Ein interessanter Vorschlag. Aber warum nicht einfach mehr auf die Stammaktien ausschütten?

Die Forderung von Greenlight zeigt aber einen wichtigen Trend: Die Aktionäre wollen Geld sehen. Sie sind nicht mehr mit Versprechungen und Hoffnungen auf steigende Aktienkurse zufrieden. Besonders bei Apple, wo der hohe Kursanstieg ja längst vorbei ist. Aber auch mit Blick auf den breiten Markt sehen viele Investoren offenbar keine großen Kurschancen mehr. Deswegen wollen sie wenigstens Ausschüttungen haben, um Aktien die Treue zu halten. Dieser Trend ist schon seit Anfang des Jahres im Gespräch.

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