Drei Strategien, drei Depots
Die Sorge vor der Übertreibung an den Börsen wächst

Die US-Notenbank lanciert einen möglichen Kursdämpfer, die Konjunkturaussichten decken nicht die Gewinne an den Börsen – manche Anleger bekommen flatternde Nerven angesichts neuer Kurshöhen. Über „Terra incognita“.
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Es gibt Nachrichten, die sind gar keine Nachrichten, geben aber möglicherweise trotzdem ein Signal. Das „Wall Street Journal“ hat in seiner Wochenendausgabe groß über einen Plan der US-Notenbank zum Rückzug aus dem Ankauf von Staatspapieren berichtet. Allerdings werden keine Details genannt, es bleibt völlig offen, wann der „Plan“ umgesetzt werden soll; eigentlich steht in dem Artikel nur, dass es irgendwie nach und nach passieren soll, was ohnehin jedem klar ist.

Trotzdem sehen die Märkte hier vielleicht ein Signal, dass die Fed bald zu einer härteren Gangart wechseln möchte, möglicherweise selbst den Artikel als eine Art Testballon lanciert hat. Ich persönlich glaube aber an kein starkes Signal.

Der Artikel macht vor allem deutlich, wie sehr die Märkte von der Politik der Notenbank abhängig sind. In den letzten Monaten haben Spekulationen darüber, wann denn die Fed auf eine härtere Gangart umschwenken könnte, häufig den Markt bewegt.

Möglicherweise machen sich Leute in der Notenbank Sorgen, dass sich an den Märkten eine Blase bildet, und sie wollen deswegen dämpfend eingreifen, ohne tatsächlich irgendeinen genaueren Plan zu haben. Denn Fed-Präsident Ben Bernanke hat immer wieder gesagt, dass er erst dann seine Politik zurückfahren möchte, wenn die Arbeitslosenquote niedriger ist - das ist eigentlich schon der ganze Plan, den aber jeder kennt.

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Spannende Unternehmensergebnisse

Kommentare zu " Drei Strategien, drei Depots: Die Sorge vor der Übertreibung an den Börsen wächst"

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  • Der Mensch ist ein Angstwesen. Und im Gegensatz zu den Amis oder Engländern, in deren Mentalität eine gewisse Risikoneigung verwurzelt ist, ist der Deutsche ein trübersalblasender, "das-Glas-ist-halb-leer" Angsthase.

    Mit dem Hinweis auf Gefahr bekommt man uns immer.

    Angst vor Verlust
    Angst etwas zu verpassen
    Angst vor Altersarmut
    Angst vor Enteignung
    Angst vor Inflation
    Angst vor den Linken/Rechten/Salafisten/etc.
    Angst vor Einsamkeit
    Angst vor Krankheiten
    Angst vor Pferdefleisch in der Lasagne
    Angst vor dem Abstieg aus der Bundesliga

    Nicht umsonst boomt die Versicherungswelt in Deutschland.

  • Auch passend...

    Sind Psychopathen die besseren Aktienhändler?

    Vollzugsleiter von Schweizer Gefängnis zur Vergleichbarkeit von Aktienhändlern und Psychopathen

    Ein sogenanntes Gefangenendilemma-Spiel im Rahmen einer Studie habe gezeigt, dass Aktienhändler noch egoistischer und unkooperativer agieren, als Psychopathen, sagt Thomas Noll, Vollzugsleiter eines Schweizer Gefängnisses. Zudem erzielten die Händler sogar weniger Gewinn.

    In bestimmten Subskalen waren Aktienhändler sehr psychopathisch. Insgesamt waren sie aber weniger psychopathisch als die Allgemeinbevölkerung.

  • In der Psychologie gibt es eine Reihe von Beschreibungen für das, was gerade passiert (und ich lasse mal die Psychosen wie halluzinative Störungen aussen vor). Hier mal ein kleiner Anfang:

    1) Konstruktivismus
    Wir alle - und zur Zeit die Finanzwelt ganz besonders - schaffen uns unsere eigene Realität. Wir nehmen ein und das selbe Objekt/Phänomen unterschiedlich wahr. Getreu dem Motto von Pippi Langstrumpf "Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt."

    2) Mere Exposure
    Das machen sich Medien und besonders die Werbung zunutze. Wenn man etwas oft genug sieht/hört etc., fängt man irgendwann an es positiv zu assoziieren. Man muss uns also nur oft genug sagen (am besten noch durch Experten), dass man jetzt noch in Aktien anlegen sollte.

    3) Selbsterfüllende Prophezeihung
    Funktioniert nachgewiesener Massen. Falls Sie Kinder haben, unbedingt dem Lehrer vermitteln, dass Ihr Kind intelligenter ist. Er wird es dann entsprechend (unbewusst) anders behandeln und die Noten verbessern sich.

    4) Die Marktpsychologie würde noch Folgendes ergänzen:
    - Herdentrieb
    - Selbstüberschätzung
    - Konfirmatorische Informationssuche (ich nehme nur das wahr, dass mein Verhalten/meine Einstellung/mich bestätigt)
    - Selbst-Behinderung (ich rechtfertige das (Nicht)Investiert sein müssen als Folge äußerer Einflüsse/höherer Gewalt)

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