Drei Strategien, drei Depots
Eine Frage der Risikoneigung

Defensiv, ausgewogen und spekulativ - drei Handelsblatt-Redakteure geben täglich ihre individuelle Einschätzung zu den Märkten ab und messen sich mit ihren Depots. Frank Wiebe hat vor Ort an der Wall Street recherchiert.
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Habe zum Börsenbeginn am Morgen nach der Wahl in den USA mit Ted Weisberg gesprochen, einem der bekanntesten und erfahrensten Broker an der Wall Street. Wenn er Recht behält, dann sind Aktien vielleicht doch keine so gute Idee: Er findet den Wahlausgang schrecklich. Andere Investoren offenbar auch, wie die anfängliche Reaktion der Börse zeigt.

Ich glaube allerdings, dass sich die Gemüter schnell wieder beruhigen werden. Man wird sich daran gewöhnen, dass Obama weitermacht und nach vorn schauen. Von den Republikanern im Senat - dort sind sie in der Minderheit - gab es immerhin auch ein leises Anzeichen von Entgegenkommen, um das "fiscal cliff" noch zu verhindern, vor dem jetzt viele so Angst haben, eine automatisch eintretende Sparpolitik, weil einige Steuererleichterungen auslaufen.

Wie reagiert man in so einer Situation? Eine Möglichkeit wäre, jetzt gerade die gedrückten amerikanischen Aktien zu kaufen - in der Hoffnung, dass sich die Stimmung bald wieder normalisiert. Eine andere ist, einen potenziellen "Gewinner" der Wahl zu kaufen. Ich habe mich dafür entschieden und eine kleinere Position Pfizer-Aktien gekauft. Denn alles, was mit Gesundheit zu tun hat, sollte gut laufen, weil die Angst verfliegt, Obamas große Gesundheitsreform könne zurückgedreht werden. Allerdings hat sich im Laufe des Tages ein gemischtes Bild gezeigt: In der Früh galten die "Health-Care-Aktien" noch als Gewinner, was sich im Laufe des Tages aber nicht mehr in den Kursen gezeigt hat. Möglicherweise schoben sich dann Bedenken in den Vordergrund, dass die Unternehmen in dem Bereich auch mit mehr Auflagen zur Kostendämpfung zu rechnen haben.

Stark unter Druck standen im Laufe des Tages auch einige amerikanische Finanztitel. Die Wall Street ist, anders als vor vier Jahren, kein Freund des Präsidenten mehr - und er ist auch nicht ihr Freund. Allerdings lässt sich auch leicht nachrechnen, dass unter Obama die US-Aktien insgesamt sehr stark gestiegen sind - das war der Aufstieg aus dem tiefen Tal nach der Finanzkrise.

Neben dem Wahlthema lastete aber auch die Euro-Krise auf den Kursen, vor allem die Sorge darum, wie es mit Griechenland weitergeht. Nach Aussagen einiger Marktteilnehmer war sie sogar wichtiger als die US-Wahl - auch in Amerika. Das zeigt: Die Wahl ist an der Börse schnell abgehakt.

Kommentare zu " Drei Strategien, drei Depots: Eine Frage der Risikoneigung"

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  • Was soll dabei rauskommen? Schließlich werden alle drei mit dem gleichen Ergebnis abschließen: +/-2%. Die sogenannte Streuung soll nur das Gewissen beruhigen. In Wirklichkeit bestimmt die globale Information, die sich über alle drei Portfolios legt, die Richtung. Diese Information macht bis zu 30% aus und entspricht nicht-diversifiziertem Kapital, mit dem jedes Portfolio klarkommen muss, auch der DAX®. Oder, warum kann ein Portfolio mit 30 Titeln (nach Markowitz sind 20 ausreichend)um bis zu 50% abschmieren?

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