Drei Strategien, drei Depots
„Griechenland, immer wieder Griechenland“

Die verzweifelte Rettung Griechenlands hält die Märkte in Atem. Das beschäftigt auch die Anlagestrategie der Handelsblatt-Redakteure. Die Verwalterin des konservativen Depots geht trotzdem in die Offensive.
  • 4

Noch immer ist unklar, ob und zu welchen Konditionen Griechenland neue Hilfsgelder bekommt. In den USA wetzten viele Investoren da lieber die Messer für den traditionellen Truthahn-Braten, statt auf Dax und Dow zu blicken. Wegen Thanksgiving findet am Donnerstag kein Handel an der Wall Street statt, und am Freitag werden viele Amerikaner ebenfalls blau machen. Dass die US-Investoren fehlen, dürfte sich auch in Europa bemerkbar machen. Schon am Mittwoch waren die Umsätze gering.

Zurückhaltung hin oder her: Ich kaufe mal wieder, und zwar für knapp 4.000 Euro 65 SAP-Aktien. Ich hoffe, dass ich nicht schon zu spät dran bin, denn seitdem das SAP-Management sein mittelfristiges Umsatzziel bekräftigt hat, konnte die Aktie bereits kräftig zulegen. Mehr als 20 Milliarden Euro sowie eine operative Rendite von 35 Prozent will der Softwarekonzern aus dem badischen Walldorf 2015 erzielen.

"Wir wachsen schneller als im Original-Plan vorgesehen, das ist eine gute Nachricht", hatte SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe auf einer Investorenkonferenz erklärt. "Auf der Umsatzseite sind wir dem Plan voraus. Wir sagen nun, es werden mehr als 20 Milliarden Euro, und wir diskutieren noch ein wenig darüber, wie viel mehr es wird", sagte Snabe.

Aber auch Hasso Plattner ist optimistisch. Der Unternehmensgründer hat kürzlich ebenfalls SAP-Aktien gekauft. Allerdings wesentlich mehr als ich - er orderte rund drei Millionen Aktien mit einem Gegenwert von über 173 Millionen Euro.

Die Gründer des Unternehmens halten fast ein Viertel der gesamten Aktien. Ein Schnäppchen sind die SAP-Papiere leider nicht mehr, aber nach Einschätzung vieler Analysten ist die Aufwärtsbewegung noch nicht zu Ende. Seit Jahresanfang ist der Wert von SAP bereits um über 40 Prozent gestiegen. Die Aktien sind damit die drittbesten Titel im Dax, hinter Lanxess und Continental an der Spitze. Der Dax machte in der gleichen Zeit knapp 22 Prozent gut.

Kommentare zu " Drei Strategien, drei Depots: „Griechenland, immer wieder Griechenland“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der Morgenthau-Plan oder warum Europa verblutet.
    Die Euro- und EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen und durchgesetzt, führen zu eine Art Morgenthau-Plan für die Peripherieländer der Währungsunion.
    Die wirtschaftlich schwache Euro-Länder werden, weil ihre Wirtschaft gegen die stärkere Wirtschaften nicht geschützt ist, immer schwächer. Dies führt dazu dass vielen jungen und gut ausgebildete Menschen aus diesen Länder keine andere Alternative bleibt als Europa den Rücken zu kehren und ihr Glück auf andere Kontinente zu suchen.
    Diese Hämorrhagie ist nicht nur eine menschliche Tragödie aber auch wirtschaftlich nachteilig für Europa. Bedingt durch den permanenten deutschen Leistungsbilanzüberschuss, ist der Euro für die meisten andere Euro-Länder überbewertet und erschwert diesen Ländern Exporte und bremst deren Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.
    Dazu kommt dass die Gewinne die deutsche Konzerne über den Export nach Italien erzielen sehr oft in Nicht-Euro-Ausland investiert wurden, besonders in die ehemalige Länder des Ost-Blocks.
    Niemand soll sagen, dass diese Dinge nicht absehbar gewesen seien - dass ist Ökonomie-Grundstudiums-Wissen.
    Was Europa braucht sind Vertragsänderungen die zu einer Wirtschaftskonvergenz innerhalb der Währungsunion führen und zu einer horizontalen Arbeitsteilung, Vertragsänderungen die den natürlichen Standortsnachteile der Peripherieländer berücksichtigen und entgegen wirken.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%