Drei Strategien, drei Depots
Griff ins fallende Messer

Georgios Kokologiannis kauft ein Zertifikat auf den Euro Stoxx 50 und verstößt damit gegen eine Börsenweisheit. Jürgen Röder wartet auf neue Chancen, und Kerstin Leitel behält trotz schwindendem Depotwert die Nerven.
  • 6

„Greife nie in ein fallendes Messer“, lautet eine Börsenweisheit, gegen die ich jetzt verstoße: Ich kaufe ein Zertifikat, mit dem ich auf eine Erholung des Euro Stoxx 50 setze (WKN: VTA69N). Auch der europäische Leitindex ist in den vergangenen Tagen ziemlich unter die Räder gekommen, nachdem die US-Notenbank Fed einen möglichen Zeitplan für den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik präzisiert hat. Hintergrund: steigende Zinsen gelten als schlecht für Aktien. Denn gibt es mehr auf dem Anleihenmarkt zu verdienen, werden Dividendenpapiere als Alternative uninteressanter.

Allerdings: Fed-Chef Bernanke hat ausdrücklich betont, dass er Ausmaß und Geschwindigkeit des möglichen Rückzugs aus der ultralockeren Geldpolitik abhängig machen wird, vom Fortschreiten der konjunkturellen Erholung. Im Klartext: man wird den beginnenden Aufschwung auf keinen Fall gefährden. Vor diesem Hintergrund erscheint mir der Kurseinbruch an den Aktienbörsen übertrieben.

Sobald den Anlegern klar geworden ist, dass leicht steigende Zinsen die Rückkehr zu wirtschaftlich normalen Verhältnissen signalisieren und die Aussicht auf boomende Unternehmensgewinne bedeuten, dürfte es an den Börsen wieder aufwärts gehen. Wie lange diese Übergangsphase von der zinsgetriebenen zur gewinngetriebenen Hausse dauernd wird, ist allerdings unklar. Sicher ist nur, dass dieser Anpassungsprozess von stark schwankenden Börsenkursen begleitet wird - sowie derzeit. 

Und Europas Bluechips dürften nicht nur davon profitieren, dass die US-Wirtschaft die jahrelange Krise allmählich hinter sich lässt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat jüngst signalisiert, dass es hierzulande auf absehbare Zeit bei der stimulierenden Geldpolitik bleiben wird. Sogar weiter sinkende Zinsen hat EZB-Chef Draghi vergangene Woche ins Spiel gebracht.

Sollte es dem Euro Stoxx 50 gelingen, in den kommenden drei Monaten wieder das Niveau zurück zu erobern, auf dem er bereits Ende Mai notierte, profitiere ich davon mit dem neu erworbenen „Sprint-Zertifikat“ überproportional: Indexgewinne bis knapp über 2900 Punkte werden meinem Depot doppelt angerechnet. Sollte es noch weiter aufwärts gehen, habe ich im Gegenzug davon aber nichts mehr.

Kommentare zu " Drei Strategien, drei Depots: Griff ins fallende Messer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • PS:Ich habe keinerlei Intention,nur wenn immer wieder erzählt wird,dass es nur noch niedrige Zinsen gibt,werde ich den Mitlesern wohl noch Alternativen benennen dürfen,die sicher sind.

  • Na ich habe die Kurse doch nicht gemacht.1998 habe ich nur gewählt,um den 2000-er Hype auszuklammern.Dann sehe es noch vernichtener aus.Und 10 Jahre na gut da waren wir im Tief bei 2166.Dann sagen sie aber auch dazu,dass wir von 8136 in 2000 kamen.

  • Das ist ein willkürlich gewählter Zeitraum von Ihnen.

    Soll ich jetzt die 5-, 10- oder 20-Jahresentwicklung dagegenhalten?

    Sie trommeln seit Wochen für "sichere" Bausparverträge von angeblichen 5% p.a. (wo denn?) und gegen Aktien.

    Und dann wieder berichten Sie von Ihrer eigenen Genialität in puncto Investments durch Ihre gefühlt 100-jährige Erfahrung.

    Da fragt man sich doch ernsthaft mit welcher Intention Sie das machen...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%