Drei Strategien, drei Depots
Ist Gold überhaupt noch konservativ?

Das Börsenjahr neigt sich langsam dem Ende zu. Kerstin Leitel glaubt zwar an einen stabilen Goldpreis, winkt aber für konservative Depots vom Edelmetallkauf ab. Jürgen Röder warnt vor der Gefahr früher Korrekturen. Und Georgios Kokologiannis schaudert es.
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Im Rückblick auf das Jahr 2013 bin ich vor allem über eine Entscheidung froh: Dass ich kein Gold gekauft habe. Das Edelmetall galt früher als Grundbaustein eines jeden konservativen Portfolios. Doch in diesem Jahr hat Gold fast 30 Prozent an Wert verloren.

Zuletzt war Gold zeitweise sogar so günstig, dass Analysten frotzelten, dass in diesem Jahr schon fast eine Weihnachtsbaum-Dekoration in Echtgold erschwinglich sei. Und die Prognosen für 2014 sind auch skeptisch. Die Experten der NordLB rechnen damit, dass der Preis in den kommenden Monaten „eher Richtung 1100 Dollar als Richtung 1400 Dollar“ gehen wird.

 Andere Experten sind nicht viel zuversichtlicher. Die Analysten der Postbank verweisen dabei auf steigende Kapitalmarktzinsen, die Erwartung eines wieder stärkeren Dollars und darauf, dass sich die geo- und wirtschaftspolitische Lage beruhigen dürfte. Immerhin halten die Experten es für unwahrscheinlich, dass der Preisrutsch weitergehen dürfte.

„Insbesondere die kleineren Notenbanken dürften ihre Nachfrage nach Gold aufrecht erhalten, um ihre Währungsreserven zu diversifizieren und auf diesem Wege weniger anfällig gegenüber Wechselkursschwankungen zu werden“, meinen sie.

Zudem werde die Nachfrage nach Gold als Schmuck (die gut Hälfte der weltweiten Goldnachfrage ausmacht) einen weiteren Preisverfall verhindern, da gerade wegen der niedrigeren Preise Gold wieder Käufer in die Schmuckgeschäfte locken dürfte.

„Unter dem Strich erwarten wir, dass das Jahr 2014 für Gold im Zeichen einer Stabilisierung stehen wird“, heißt es, der Preis dürfte leicht auf 1325 Dollar zulegen. Für mich kein Kaufargument – zumindest nicht als Geldanlage.

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