Drei Strategien, drei Depots: Kommt die Zinswende in den USA?

Drei Strategien, drei Depots
Kommt die Zinswende in den USA?

Noch sind die Musterdepots im Plus. Doch wenn die US-Notenbank ihre expansive Geldpolitik aufgibt, heißt das für Aktien nichts Gutes. Außerdem wartet bereits die nächste Herausforderung: die Inflation.
  • 2

Kommt die Zinswende in den USA? Und wenn ja, welche Auswirkungen hat das? Die Zinsen haben leicht angezogen. Hintergrund dürfte die Andeutung der US-Notenbank (Fed) sein, dass sie ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen im kommenden Jahr zurückfahren möchte. Außerdem spielt eine Rolle, dass die US-Konjunktur doch Anzeichen zur Belebung zeigt, wie auch die Zahl von 155.000 neuen Arbeitsplätze im Dezember bestätigt.

Was aber würde eine Zinswende für Aktien bedeuten? Nichts Gutes. Vielleicht stellt sich dann heraus, dass der Aktienmarkt die leichte Erholung der Konjunktur schon vorweggenommen hat – das wäre das klassische Muster. Ich erwarte aber keine dramatische Entwicklung, weder in der einen noch in der anderen Richtung.

Die Frage bleibt auch, wie ernst es die Fed mit ihrer Ankündigung meint. Ein Leser unter einem Artikel des „Wall Street Journal“ kommentiert: „Das soll doch nur den Eindruck erwecken, als hätte die Fed eine Ausstiegs-Strategie.“ In der Tat ist die Notenbank zurzeit der Hauptkäufer von US-Staatsanleihen.

Auch wenn die Politiker in Washington jetzt etwas höhere Steuern beschlossen haben und wahrscheinlich in den kommenden zwei Monaten einige Sparmaßnahmen beschließen werden, bleibt die Regierung doch sehr stark auf Schuldenfinanzierung angewiesen. Wer soll die Papiere kaufen, wenn die Notenbank sich als Nachfrager zurückzieht? Zumal ja bei einer wieder belebten Konjunktur die privaten Investoren auch eher Aktien kaufen werden.

Im gerade angebrochenen Jahr kommt für die USA vielleicht die Stunde der Wahrheit, wo sich zeigen muss, ob es wirklich möglich ist, massiv in die Staatsfinanzierung einzusteigen, ohne Inflation zu erzeugen. Die Europäer sollten sich genau anschauen, was passiert.

Kommentare zu " Drei Strategien, drei Depots: Kommt die Zinswende in den USA?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • das sehe ich auch so. Ein Anstieg von Zinsen setzt ein stabiles Wirtschaftswachstum und einen kontrollierten Finanzhaushalt der Regierung voraus.
    Die USA laufen noch am Rande einer finanziellen und wirtschaftlichen Katastrophe.

  • In der Tat wird keine echte Zinswende kommen, weil das System "sofort" zusammenbrechen wird. Dauert noch ein paar Jahre...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%