Drei Strategien, drei Depots
„New Normal ist ganz und gar nicht normal“

Die Börsen legen einen fulminanten Endspurt hin – Ben Bernanke sei Dank. Doch nicht alle können sich über die Fortsetzung der lockeren Geldpolitik freuen. Frank Wiebe zeigt sich gegenüber der Fed-Strategie skeptisch.
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Die US-Aktienmärkte hingen am Mittwoch wieder einmal ganz an den Lippen von Notenbank-Chef Ben Bernanke. Oder viel mehr: Sie nahmen mit leicht steigenden Kursen schon vorweg, was sie erwarteten: eine beruhigende Botschaft. Bernanke wird es schon richten, er wird weiter Geld in die Wirtschaft pumpen, das ist die Grundlinie, die seit Monaten den Aktienmarkt unterstützt. In den Tagen zuvor hatten andere Angehörige des geldpolitischen Gremiums sich bereits in dieser Richtung geäußert. Der Fed-Chef nahm vor dem Parlament Stellung zur wirtschaftlichen Situation. Er hatte damit die Chance, schon vorab mögliche kritische Untertöne des Protokolls der letzten Fed-Sitzung, das unmittelbar anschließend veröffentlicht werden sollte, herunterzuspielen.

Nach der Finanzkrise war in den USA viel die Rede von dem "New Normal", der neuen Normalität, auf die sich die Kapitalmärkte einzustellen haben. Das sollte eine Normalität mit niedrigerer Rentabilität und niedrigerem Risiko sein. Wie sich jetzt zeigt, ist fester Bestandteil des "New Normal" offenbar eine ganz und gar nicht normale Notenbankpolitik, die aber inzwischen auch zur Normalität wird.

Viele Investoren in den USA erwarten, dass sich die Europäische Zentralbank auch diesem Schema anpasst und beginnt, systematisch Staatsanleihen aufzukaufen. Bisher hat die EZB zwar auch schon zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen, um ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone zu verhindern, aber systematische Käufe von Staatspapieren vermieden.

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