Drei Strategien, drei Depots
Zertifikate sind keine Zockerpapiere!

Seit dem Lehmann-Desaster gelten Zertifikate als Teufelszeug. Jürgen Röder und Georgios Kokologiannis zeigen dagegen, wie Anleger ihr Depot mit Zertifikaten gleich zweifach optimieren - bei der Rendite und beim Risiko.
  • 6

Ich verkaufe den Großteil meiner Anteile an Western Union – einem US-Anbieter von Bargeldtransfers. Etwas mehr als das freigesetzte Kapital investiere ich gleichzeitig in ein Discountzertifikat auf das US-Börsenbarometer S&P 500 (WKN: HV7CL7). Zweck der Depot-Rochade: Ich baue Klumpen- und Marktrisiken ab, verringere aber unterm Strich nicht mein Engagement an der Wall Street.

Kräftige Kursgewinne hatten zu einer Übergewichtung von Western Union im Portfolio geführt. Mit dem defensiven Zertifikat setze ich jetzt nicht nur breit gestreut, sondern quasi mit einem Rabatt von sieben Prozent auf den US-Aktienmarkt. Im Gegenzug ist die Rendite des Papiers allerdings begrenzt: Bis zum Laufzeitende im März 2014 sind maximal 7,6 Prozent pro Jahr drin. Mehr ist nur möglich, falls der Dollar zum Euro wieder steigt.

Vorteil gegenüber einem Direktinvestment in den US-Leitindex  - beispielsweise mit Hilfe eines Indexfonds (ETF): Einen Gewinn streiche ich auch dann ein, falls die Märkte nicht mehr vom Fleck kommen und nur noch seitwärts tendieren.

Selbst wenn es abwärts geht, macht sich das nicht sofort in meinem Depot bemerkbar. Zum Verlustbringer wird das Papier schließlich erst, wenn die Indexverluste bis zum Frühjahr kommenden Jahres höher ausfallen als mein siebenprozentiger Rabatt.

Kommentare zu " Drei Strategien, drei Depots: Zertifikate sind keine Zockerpapiere!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Erschreckend, was man hier lesen muß!
    Wäre das Verständniss für Fußball in Deutschland so
    schlecht, wie das für Finanzen, so würde vermutlich gejubelt, wenn der Ball ins Toraus geht. Ich sage immer: Wer keine Ahnung hat, der sollte sie auch für sich behalten.

  • an Malvin,

    an Marvin:
    genau so ist es, es wird niemals ein kleinanleger gewinnen. nur die banken. wer da anderer Meinung ist, oder behauptet er gewinnt, dann ist das sicherlich nicht die Wahrheit.

  • Lieber Leser allemeineentchen,

    ich bin mir sicher, dass die Deutsche Bank als Emittent bis Ende des Jahres nicht pleite geht. Sonst hätte ich das Zertifikat nicht gekauft.

    Beste Grüsse

    Jürgen Röder

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%