Dresdner Bank fürchtet weitere Verluste der Anleihen
Anleger unterschätzen Gefahr bei GM-Bonds

Europäische Anleiheinvestoren unterschätzen das Risiko, dass die Ratingagenturen die Anleihen des US-Autokonzerns General Motors auf das Niveau von „Junk-Bonds“ (Schrottanleihen) herabstufen. Das sagen die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW) nach einer Umfrage unter den 128 größten Kunden der Investmentbank.

Bloomberg/HB LONDON. Sollten die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit von General Motors (GM) in den Bereich „Non-Investment-Grade“ herabstufen, dürften zahlreiche Investoren gezwungen sein, sich schnell von den Anleihen zu trennen, warnt die Bank.

36 Prozent der größten 128 Kunden von DKW waren bei GM-Anleihen entsprechend den Benchmark- Indizes engagiert, an denen sie gemessen werden. 17 Prozent waren übergewichtet, kam bei der Umfrage heraus. Von ihnen haben 68 Prozent Vorschriften, dass sie die Anleihen verkaufen müssen – in der Regel innerhalb von weniger als drei Monaten – wenn Standard & Poor’s oder Moody's die Bonds auf Junk-Niveau herabsetzen.

„Investoren unterschätzen wahrscheinlich die mit den Papieren verbundenen Risiken,“, erklärt Christophe Boulanger, Analyst bei DKW in Paris. „Ich war von den Ergebnissen sehr überrascht, um es vorsichtig auszudrücken.“ Mitte März hatte GM erklärt, den größten Quartalsverlust seit 13 Jahren zu erwarten. Die Ratingagenturen reagierten darauf und bewerten GM jetzt auf der untersten Stufe des „Investment- Grade“ mit negativem Ausblick. Damit ist GM nur einen Hauch von einem Junk-Bond-Rating entfernt. Seit Mitte März sind die Anleihen des Autokonzerns drastisch eingebrochen und haben den gesamten Markt für Unternehmensanleihen mit nach unten gezogen. Entsprechend liegen die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen inzwischen auf dem höchsten Stand seit über anderthalb Jahren.

GM steht bei Anleihegläubigern mit 113 Mrd. Dollar in der Kreide und ist der viertgrößte Emittent in den europäischen Indizes für Unternehmensanleihen von Merrill Lynch. Die Anleihen von GM werden schon lange so gehandelt, als ob sie bereits Junk-Bonds seien. Die im Juni 2011 fällige Euro-Anleihe zum Beispiel rentierte gestern mit fast neun Prozent und damit fast sechs Prozentpunkte über der entsprechenden Bundesanleihe. Unternehmensanleihen mit einem Rating im Bereich „BBB“ bieten dagegen nach Daten von Merrill Lynch im Schnitt nur 1,20 Prozentpunkte mehr Rendite als Staatsanleihen.

Laut der Umfrage von DKW sind 55 Prozent der Investoren der Meinung, die GM-Papiere seien inzwischen angemessen bewertet. 78 Prozent der Befragten erwarten, dass S&P den Autohersteller in diesem Jahr auf Junk-Niveau herabstufen wird. Bei den Investoren scheinen wenig Zweifel zu herrschen, dass GM 2005 in die Junk-Kategorie absteigt,“ sagte Boulanger. Angesichts dieser Erwartungen „dürfte es im weiteren Jahresverlauf zu verstärkten Verkäufen kommen.“

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