Druckmaschinen-Zulieferer ist derzeit hoch bewertet
Technotrans gilt bei Analysten als langfristiges Investment

Die schlechten Zeiten liegen ein Jahr zurück, die aktuelle Lage schaut exzellent aus und die Zukunft soll ebenfalls nur Gutes bringen. Trotzdem löst die Aktie des Münsterländer Systemanbieters Technotrans bei den Analysten keine uneingeschränkte Euphorie aus. Das liegt vor allem daran, dass die Aktie seit Mitte August rund 40 Prozent an Wert zugelegt hat. Die Luft für einen weiteren Anstieg wird somit dünn. Uwe Schupp von Equinet Research hat den Titel gerade von „Kaufen“ auf „Halten“ zurückgestuft, weil sein Kursziel von 14 Euro erreicht wurde.

FRANKFURT/M. Nicht viel höher liegen die Kursziele seiner Kollegen, die die Aktie beobachten. Die 17 Euro, die Karsten Oblinger von der DZ Bank ausgegeben hat, stellen dabei nach oben das Maß der Dinge dar. Nichtsdestotrotz sind die meisten Analysten voll des Lobes für den Hersteller von Anlagen für die Druckindustrie und die Mikrotechnologie. „Wer jetzt in dieses Papier investiert, der sieht vor allem die langfristige Perspektive darin“, heißt es unisono. Dabei gilt Technotrans gerade im Hauptgeschäftsfeld „Print“ als Vorreiter in einer zuletzt stark in Mitleidenschaft geratenen Branche. Bereits frühzeitig hat das Unternehmen seine Kapazitäten nach unten angepasst und profitiert heute von schlanken Strukturen.

Eine positive Überraschung könnte im März kommenden Jahres folgen, wenn Technotrans seine Zahlen für das Gesamtjahr 2004 vorlegen wird. Die Prognose von Vorstandschef Heinz Harling, der das Ergebnis „im oberen Bereich der Bandbreite von 5,5 bis 6 Mill. Euro“ sieht, hält Equinet-Analyst Schupp für „sehr konservativ“. Dennoch wäre dies das beste Ergebnis seit dem Börsengang im Jahr 1998. Für Aktionäre ist das unter anderem wegen der zu erwartenden Dividende von Bedeutung. Traditionell schüttet Technotrans die Hälfte des Jahresgewinns an seine Aktionäre aus. Nach Schupps Schätzungen entspricht dies für 2004 einer Dividendenrendite von 3,4 Prozent.

Im März soll es auch erste Einzelheiten zum neuen Geschäftsbereich „Gummituchwaschanlagen“ geben. Hier wird im Rollenoffsetdruck innerhalb der Zeitungsproduktion das Gummituchwaschen automatisiert, wodurch die Druckmaschine effizienter arbeitet. Ein erster Umsatzbeitrag soll laut Harlings Worten in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres spürbar sein. In drei bis fünf Jahren will das Unternehmen dann rund die Hälfte des weltweiten Umsatzpotenzials von 100 bis 140 Mill. Euro bei sich verbuchen. Für die Aktie bedeutet dies: „Langfristig ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht“, sagt Susanne Schwartze vom Hamburger Bankhaus M.M. Warburg & Co. Dabei spielt es ihrer Ansicht nach auch kaum eine Rolle, dass durch Investitionen in die neue Technik das Ergebnis kurzfristig belastet wird. Mit einer Eigenkapitalquote von knapp 50 Prozent gilt Technotrans unter Analysten als „sehr gesund“.

Zudem dürften die Münsterländer davon profitieren, dass die großen Druckmaschinen-Hersteller künftig verstärkt Teile der Produktion auslagern. Die bereits frühzeitig ausgegebene Devise „Mehr Technotrans pro Druckmaschine“ zeige nun immer stärkere Wirkung, sagt Susanne Schwartze. „Wenn Technotrans eine größere Produktpalette bieten kann, ist das ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Schließlich können die Hersteller so die Zahl ihrer Lieferanten reduzieren“.

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