Ein Ende des Nachfragebooms aus China nicht absehbar
Aussichten für Minenaktien bleiben rosig

Die Aktienkurse der großen Bergbauhäuser haben einen phänomenalen Aufschwung erlebt. Der Hauptgrund für den ungewöhnlich langen Boom und die märchenhaften Margen der Konzerne liegt darin, dass Chinas Industrialisierung erst am Anfang steht.

HB KAPSTADT. So rechnet die US-Investmentbank Goldman Sachs in einer aktuellen Studie mit einer anhaltend hohen Nachfrage im Reich der Mitte, weil der Urbanisierungsprozess dort in den nächsten Jahren im Landesinneren in seine zweite Phase treten werde. Dies erfordere den Bau von Häusern, Straßen, Eisenbahnen, Freizeitstätten, aber auch neuen Fabriken.

Lebten noch 2003 knapp 500 Mill. der 1,3 Mrd. Chinesen in Städten, sollen es 2025 bereits über 900 Mill. sein. Angesichts dieser gigantischen Transformation ist China inzwischen zum größten Metallkonsumenten der Welt aufgestiegen. Nach Ansicht des Rohstoffstrategen Jim Lennon von der australischen Macquarie Bank hat China den weltweiten Bedarf an Rohstoffen per saldo um 70 Prozent erhöht. Kurt Demmer von der IKB Deutsche Industriebank spricht von einer Art „Staubsaugereffekt“ des Landes. Laut der Studie von Goldman Sachs saugt China heute fast 40 Prozent der weltweiten Produktion von Eisenerz auf. Stark profitiert haben auch andere Rohstoffe wie Kupfer und Nickel. Und ein deutlicher Rückgang der Nachfrage aus China ist nach Ansicht von Goldman Sachs nicht absehbar. Zu groß ist der Nachholbedarf des Landes.

Kein Wunder, dass die vier großen diversifizierten Bergbauhäuser BHP Billiton, Rio Tinto, Anglo American und Xstrata künftig vor allem bei den von China besonders stark benötigten Rohstoffen Kupfer, Nickel und Eisenerz wachsen wollen. Erst vor drei Monaten hatte Branchenprimus BHP Billiton, dessen Aktien dieses Jahr rund ein Drittel an Wert gewonnen haben, nach einer Übernahmeschlacht den australischen Konkurrenten WMC übernommen und dadurch Zugang zu dessen hohen Uran-, Nickel- und Kupferreserven erhalten.

Vor zwei Wochen zog der in der Schweiz ansässige Kohle- und Chromproduzent Xstrata nach und erweiterte seine Angebotspalette um einen 20-Prozent-Anteil an dem kanadischen Nickel- und Zinkförderer Falconbridge. Eine breitere Aufstellung strebt auch der brasilianische Eisenerzriese Companhia Vale do Rio Doce (CVRD) an, der neben dem Ausbau seiner Eisenerzminen den Einstieg in Nickel, Kupfer und Kohle forcieren will.

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