Trends
Ein Selbst-Check spürt Chancen auf

„Sustainable Excellence“ hat sich als Management-Werkzeug bewährt
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Großen wie mittelständischen Unternehmen ist oft unklar, wie sie Nachhaltigkeit operativ und strategisch integrieren können. Viel werde getan, aber meist nur bruchstückhaft, unsystematisch und am Rande des Kerngeschäfts, sagt Ingo Schoenheit vom Institut für Markt – Umwelt – Gesellschaft in Hannover.

Entscheidend ist die Gesamtbetrachtung – und diese bietet der „Sustainable Excellence“-Ansatz. Er verknüpft Nachhaltigkeit mit dem „EFQM-Modell für Excellence“ der European Foundation for Quality Management. Dieses Management-Werkzeug gilt in Tausenden europäischen Unternehmen als Garant für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg. Die um ökologische und soziale Faktoren erweitere „Sustainable Excellence“ wurde von der Sustainable Excellence Group (SEG) in Kooperation mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt entwickelt. Deutsche Telekom, Fujitsu Microelectronic Europe, aber auch viele Mittelständler praktizieren sie. EFQM hat 2006 Anregungen der SEG aufgenommen – das Ergebnis ist ein Grundstock für nachhaltiges Wirtschaften.

Sustainable Excellence hilft bei Aufbau und Weiterentwicklung eines umfassenden Managementsystems, das Stärken und Verbesserungspotenziale systematisch erkennt. „Es ist das einzige System, das unseren Betrieb wirklich ganzheitlich erfasst“, sagt Herwig Danzer von Die Möbelmacher. Der Mittelständler zählt zu den besten Betrieben Deutschlands bei innovativer Markterschließung, Unternehmenskultur und gesellschaftlichem Engagement.

Um die Ausgangslage eines Unternehmens zu erkennen, wird es einem Nachhaltigkeits-Check unterzogen: Erfasst werden Führung, Mitarbeiterorientierung, Politik und Strategie, Partner und Ressourcen, Prozesse, mitarbeiter-, kunden- und gesellschaftsbezogene Ergebnisse sowie Finanzresultate. „Kernfragen geben Denkanstöße, ob, was und wie etwas gemacht werden kann“, sagt Patrick Ulmer, Umwelt- und Qualitätsbeauftragter bei J. Schmalz, Hersteller von Vakuum- und Handhabungstechnik.

Die Fragen lauten etwa: Beachtet unsere Strategie die Bedürfnisse der Interessengruppen? Welche Ziele setzen wir uns? Wie erreichen wir sie? Die Antworten sind wie ein Spiegel für Verbesserungspotenziale – Ehrlichkeit vorausgesetzt. Dann lassen sich Prioritäten setzen und Ziele formulieren und ihnen Erfassungs-, Prozess-, Kontroll- und Managementlösungen zuordnen. Durch systematische Selbstbewertung lernen Führung und Mitarbeiter – und können sich neue Nachhaltigkeitsziele setzen. „Der Vorteil von Sustainable Excellence ist, dass es sich in bestehende Managementsysteme sehr gut integrieren lässt“, so Patrick Ulmer.

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