Einstieg bei Chemiekonzern
Was wittert Warren Buffett bei Lanxess?

Der Star-Investor aus den USA beteiligt sich an dem Kölner Spezialchemiekonzern – wohl auch, weil Lanxess wieder auf Angriff schaltet. Doch nicht alle Experten sind mit Blick auf den Kurs so optimistisch.
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DüsseldorfWenn Star-Investor Warren Buffett in ein Unternehmen investiert, folgt er seinen langjährigen Grundsätzen. Zu denen gehört, dass er das Geschäft der Firma  kapiert, dass die Qualität des Managements stimmt und die Aussichten für die Branche gut sind.

Ob Buffett tatsächlich versteht, was genau der Kölner Konzern Lanxess herstellt, darf bezweifelt werden. Nicht nur für Lanxess, sondern für alle Chemieunternehmen ist es schwierig, der Öffentlichkeit und den Anlegern klar zu machen, wofür die Chemikalien und Kunststoffen gut sind, die sie in ihren Großanlagen produzieren.

Buffett hat sich davon aber nicht abhalten lassen. Eine Tochter seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat sich mit gut drei Prozent an Lanxess beteiligt. Das kein riesiges Investment – die Fondsgesellschaft Blackrock etwa hält deutlich mehr Anteile an dem Spezialchemiekonzern, aktuell sind es 5,6 Prozent.

Doch wenn Buffett in ein Unternehmen einsteigt, sorgt das stets für Aufsehen. Die Lanxess-Aktie schoss nach Bekanntgabe der Beteiligung prompt in die Höhe. Am Mittag notierte sie bei 66,15 Euro, ein Plus von 4,5 Prozent. Die Anleger wetten offensichtlich darauf, dass das Buffett bei den Kölnern einiges an Potenzial sieht. Schließlich genießt er den Ruf des „Orakels von Omaha“, sein Firmen- und Wohnsitz im mittleren Westen der USA gilt sozusagen als Weissagungsstätte für Aktien.

Buffett dürfte die erfolgreiche Sanierung und Neuausrichtung von Lanxess angelockt haben. Doch er kommt spät, denn der Kurswechsel bei dem Kölner Konzern hat dem Aktienkurs bereits kräftig Auftrieb gegeben. Was also wittert Buffett?

Der Konzern selbst freut sich über die Beteiligung des US-Investors. "Lanxess ist ein Unternehmen, das klar auf Wertsteigerung setzt. Der Umbau unseres Konzerns trägt Früchte, wir legen damit den Grundstein für weiteres Wachstum und höhere Profitabilität. Und wir freuen uns, wenn Investoren durch ihre Anlageentscheidungen ausdrücken, dass sie von unserer strategischen Ausrichtung überzeugt sind.", sagte der Vorstandsvorsitzende Matthias Zachert dem Handelsblatt.

Die Einschätzungen der Analysten für die nähere Entwicklung von Lanxess an der Börse sind allerdings gemischt. Gerade die Investmenthäuser aus dem angelsächsischen Raum sehen den Kölner Konzern gegenwärtig angemessen bewertet: Die Aktie bewegt sich seit Jahresbeginn zwischen 60 und 67 Euro. Die Rally im zweiten Halbjahr 2016 hat sie auf dieses Niveau gehoben. Im Frühsommer 2016 notierten die Titel noch bei 40 Euro.

Der US-Broker Jefferies hält die jüngste Besserung bei Lanxess für eingepreist und stuft die Aktien auf „Halten“ mit einem Kursziel von 69 Euro ein. Auch die Investmentbanken Barclays und HSBC bleiben vorsichtig und nennen Kursziele von 64 und 66 Euro.

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Rekordergebnis bei Lanxess absehbar

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