Einstieg lohnt noch
Deutsche Aktien sind günstig

2005 war ein hervorragendes Aktienjahr in Deutschland. Auch der Start ins Jahr 2006 gelang sehr gut.

HB MÜNCHEN. Allerdings war das Tempo des Anstiegs während der ersten beiden Monate in seinem Ausmaß durch fundamentale Faktoren so nicht gerechtfertigt. Zurückzuführen ist dies auf Verhaltensmuster vieler Börsenakteure, die über rein rationale Erwartungen hinausgingen. Der bekannte Spruch "Die Hausse nährt die Hausse" bewahrheitete sich abermals.

Lohnt es sich noch, nach dem fulminanten Börsenjahr 2005 derzeit in deutsche Aktien zu investieren? Das hängt zunächst von den Präferenzen des Anlegers ab. Dazu zählen Anlagehorizont und Risikoprofil. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass deutsche Aktien selbst nach dem Anstieg des vergangenen Jahres - gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) - weiter relativ günstig sind. Mit einem KGV von rund 13 auf der Basis der für 2006 geschätzten Gewinne weist der Dax derzeit ein Niveau annähernd wie in den schwachen Aktienjahren 2002/03 auf. Dies zeigt, dass sein Kursanstieg gut durch die Steigerungen der Unternehmensgewinne untermauert war. Daher bewegt sich der deutsche Leitindex auf recht festem Boden.

Daraus lässt sich ableiten, dass es für einen Einstieg in Aktien auf jetzigem Niveau nicht zu spät ist. 2006 kann abermals ein gutes Aktienjahr werden, wenngleich das Kurssteigerungspotenzial geringer als im Vorjahr sein dürfte. Risiken für den Aktienmarkt liegen in möglichen Verwerfungen der Rohstoffpreise, in stärkeren Währungsverschiebungen oder in geopolitischen Konflikten. Zudem hegen die Wirtschaftsprognostiker für 2007 skeptischere Erwartungen, als sie es für 2006 nach wie vor tun.

Demgegenüber steht als positiver Faktor ein anhaltendes, wenn auch im Vergleich zu 2005 abgeschwächtes Wachstum der Unternehmensgewinne. Dieses ist insbesondere mit einer Fortsetzung des Weltwirtschaftswachstums, deutlich verbesserten Kostenstrukturen der Unternehmen und - branchenabhängig - mit positiven Sondereffekten zu begründen, die für die deutsche Wirtschaft 2006 zum Tragen kommen. Unterstützend für Aktien sollte auch das vergleichsweise niedrige Niveau der Kapitalmarktzinsen wirken. Im übrigen ist die Skepsis Aktien gegenüber nach wie vor größer als die Euphorie, was in der Vergangenheit - bei positivem Börsenumfeld - meist ein fruchtbarer Nährboden für Aktienkurse war.

Peter Worel ist Direktor Volkswirtschaft und Research bei der BayernLB.

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