Eisenbahnaktien
Bahn-Aktien nehmen Fahrt auf

Hedgefonds und private Großinvestoren wie Warren Buffett und Carl Icahn kaufen Eisenbahnaktien. Warum Anleger auf diesen Zug aufspringen sollten.
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Als ruchbar wurde, dass er wieder zu haben sei, war die halbe Fußballbundesliga hinter ihm her. Doch Mittelfeldstar Marcelinho entschied sich für den VfL Wolfsburg. Ausgerechnet. Für die graue Maus der Liga. Weder Geld noch Sportliches lockten den Ballkünstler, glauben Insider. Die Nähe zu Berlin habe den notorischen Partylöwen, der noch viele Freunde in der Hauptstadt hat, überzeugt. Nähe zu Berlin? Sind das nicht 250 Kilometer? Sind es. Seit er in Wolfsburg wirkt, sitzt Marcelinho ab und zu im ICE. Der schafft die Strecke in einer Stunde.

Nicht nur Ballkünstler entdecken die Bahn als Alternative zu Flugzeug und Auto. Der Ausbau der Schnellwege macht sich bezahlt. "Bis 600 Kilometer kann die Bahn vor allem bei Geschäftsreisenden vermehrt punkten", sagt Walter Ruggli vom Geschäftsreisebüro Carlson Wagonlit, "der Zeitvorsprung des Flugzeugs ist minimal." Zuletzt überraschte die Deutsche Bahn (DB) mit dem besten Ergebnis seit mehr als 25 Jahren; angeblich stehen zehn in- und ausländische Investoren an, die sich noch vor einem Börsengang beteiligen wollen.

Auf die Aktie der DB brauchen private Anleger nicht zu warten. Der Sektor ist bereits mit einem guten Dutzend Papieren an der Börse vertreten, hinzu kommen mindestens ebenso viele börsennotierte Zulieferer. Verkehrsexperten sehen das größte Potenzial der Bahnen nicht im Personenverkehr – und nicht im dicht vernetzten Westeuropa. Im Gütertransport dürfte die Schiene in den kommenden Jahren besonders stark zulegen; vor allem auf den langen Strecken Asiens und Amerikas, wo die Bahn im Vergleich zu Lastwagen und Frachtflugzeug unschlagbar günstig ist.

Investmentlegende Warren Buffett investierte 2,7 Milliarden Dollar in BNSF und zwei weitere US-Güterbahnen. Die Branche steht im Rampenlicht. Auch die Milliardäre Bill Gates und Carl Icahn, der ebenfalls mit 2,7 Milliarden Dollar dabei ist, Hedgefonds wie TCI und SAC sowie einige Private-Equity-Häuser haben in den vergangenen Wochen Bahnaktien gekauft.

"Buffett kennt die Eisenbahn wie seine Westentasche", sagt Analyst Ken Hoexter von Merrill Lynch in New York, "er braucht am Knotenpunkt Omaha nur aus seinem Bürofenster zu gucken. Ich bin sicher, er sieht ein langfristiges Potenzial, das der Masse der Anleger bisher entgangen ist." Die Milliardeninvestitionen der Magnaten sind nicht der einzige gute Grund für Anleger, sich die Aktien der Bahnbranche und deren Zulieferer (siehe Tabelle: Signale auf Grün) genauer anzusehen. Deren Perspektiven seien so gut wie seit Jahrzehnten nicht, so Experten. Bahnen erweisen sich als Globalisierungs- und Ökogewinner zugleich.

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