Emerging Markets
Boom in Schwellenländern ebbt ab

Der steile Anstieg der Kurse in den Emerging Markets scheint gestoppt. Im ersten Quartal verharrten die Märkte der sich entwickelnden Volkswirtschaften – auch Schwellenländer genannt – auf hohem Niveau.

FRANKFURT / DÜSSELDORF. Allerdings hatten die Börsen – gemessen am MSCI-Emerging-Markets-Index – die etablierten Märkte in den letzten Monaten 2005 weit hinter sich gelassen. Einige Experten raten zwar inzwischen zu einer vorsichtigeren Haltung, wenngleich sie auch noch Chancen in diesem Anlagesegment sehen.

„Das Umfeld wird für Emerging Markets deutlich schwieriger“, sagt Oliver Stönner-Venkatarama. Der Commerzbank-Spezialist verweist auf das inzwischen höhere Zinsniveau in den USA und die Gefahr, dass sich die amerikanische Wirtschaft im zweiten Halbjahr wohl nicht mehr so dynamisch entwickeln werde wie bisher. „Damit gibt es weniger Impulse aus der US-Wirtschaft“, sagt Stönner. Etwas optimistischer ist Neil Gregson, Fondsmanager bei Credit Suisse. „Außer ein paar kleinen Kurskorrekturen wird sich in den Emerging Markets 2006 nichts ändern“, sagt er.

Als Schwellenländer werden in der Regel Länder bezeichnet, die ein Pro-Kopf-Einkommen unter 10 000 Dollar erwirtschaften. Unterschieden werden üblicherweise die Regionen Asien, Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa, ergänzt durch Südafrika und Russland. Vielen der Länder ist die Rally an den Rohstoffmärkten zugute gekommen, die ihnen Rekordeinnahmen und ein starkes Wirtschaftswachstum beschert hat.

Trotz seiner wachsenden Skepsis würde Commerzbank-Experte Stönner nicht der gesamten Anlageklasse den Rücken kehren. „Die Emerging-Markets-Story bleibt grundsätzlich intakt“, sagt er. Er rät inzwischen aber zu etwas konservativeren Anlagen. In Asien zähle dazu etwa ein Engagement in Südkorea. Auch Marco Wong, leitender Fondsmanager für die Region Pazifik/Japan der Société Générale (SG) sieht weitere Chancen in Asien. „Die Region ist noch nicht zu teuer, man kann noch einsteigen“, sagt Wong. Seiner Einschätzung nach befinden sich Länder wie Südkorea und Taiwan bereits auf dem Weg weg vom Status eines Schwellenlandes hin zu „etablierten“ Finanzmärkten. Das verringere die Risiken.

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