„Emerging Markets”
Schwellenländer-Aktien vor dem Comeback?

Die Börsen in den aufstrebenden Schwellenländern haben das erste Quartal überraschend stark abgeschlossen, sogar besser als die der Industrieländer. Doch Experten warnen, dass es für ein Comeback vielleicht zu früh ist.

Viele Jahre lang galten Aktien aus den aufstrebenden Schwellenländern als die Renditebringer überhaupt. Doch diese Zeiten sind seit ein paar Jahren vorbei. Phasen mit dicken Gewinnen wechseln sich mit Phasen hoher Verluste ab. Anleger, die weiterhin auf die Emerging Markets setzen, brauchen starke Nerven.

Doch zumindest im ersten Quartal wurden sie dafür auch belohnt. Die Turbulenzen haben zwar auch die Börsen in den Schwellenländern stark belastet, aber von der darauffolgenden Erholung an den Weltmärkten profitierten die Schwellenländermärkte besonders stark.

Der MSCI Emerging Markets brachte es gar auf ein Quartalsplus von mehr als fünf Prozent. Zum Vergleich: Der Weltaktienindex MSCI World, der nur Aktien aus Industrieländern beinhaltet, schaffte nur ein mageres Plus von gut einem Prozent.

Stehen die Schwellenländermärkte also vor dem Comeback? So weit wollen Experten wie Ulrich Stephan nicht gehen. „Es wäre zu früh, von einer Renaissance der Schwellenländer zu sprechen, aber interessant ist die Entwicklung allemal“, sagt der Chefanlagestratege der Deutschen Bank. „Weitere Chance würde ich auch nicht ausschließen.“

Noch verhaltener urteilt Jakob Tanzmeister, Portfolio-Manager bei JP Morgan Asset Management: „Wir sind skeptisch, dass die jüngste Rally bei Schwellenländeraktien fortgesetzt werden kann.“

Seit seinem Quartalstief im Januar hat der MSCI Emerging Markets in Lokalwährung um 14 Prozent zugelegt und sogar um fast 20 Prozent unter Berücksichtigung von Währungseffekten. Doch ein kurzfristiger Anstieg in dieser Größenordnung sei laut Tanzmeister nicht ungewöhnlich.

„Seit seinem Höchststand im Mai 2011 waren sechs Anstiege vom Tiefst- zum Höchststand um mehr als zehn Prozent zu beobachten, die jedoch sämtlich in der Folge abflauten“, sagt er. Die Frage sei nun, ob sich der aktuelle Stimmungsaufschwung zu einer dauerhaften Erholung ausweitet.

Es waren die gleichen Themen, die zu Jahresbeginn für den Absturz der Weltbörsen gesorgt hatten, die schließlich ab Mitte Februar die Erholungsrally anschoben: China, die Weltkonjunktur, die Zinspolitik der US-Notenbank und ihre Auswirkung auf den US-Dollar und natürlich der Ölpreis. Zu Jahresbeginn waren die Sorgen um die Konjunktur in asiatischen Land groß und ließen die Börsen beben. Doch mit dem wieder aufkeimendem Optimismus, erholten sich auch die Märkte.

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