Emmerich Müller im Interview
„Die Euro-Krise trifft die breite Masse“

Die Krise wird uns alle belasten, meint Emmerich Müller vom Bankhaus Metzler. Im Interview erklärt er, wer für die Schulden geradestehen muss, was auf Sparer zukommt - und warum er keine Anleihen von Schalke kauft.
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Herr Müller, wie lange wird der Euro noch überleben?

Der Euro wird vermutlich noch lange weiter existieren. Ich glaube nicht an einen völligen Zerfall der Euro-Zone. Der politische Wille, den Euro zu behalten, ist nach wie vor groß.

 

Viele meinen, Deutschland wäre ohne den Euro besser dran.

Niemand sollte so naiv sein, zu glauben, wir kämen schadlos aus der Krise. Es wird so oder so schmerzhaft. Wie groß der Schaden ausfällt, kann niemand seriös beantworten. Gut möglich, dass ein Ende des Euros für Deutschland sogar noch teurer wäre, als weitere Hilfen für die verschuldeten Staaten zu leisten.

Ist das 'Experiment Euro' gescheitert?

Der Euro hatte von Anfang an seine Konstruktionsfehler. Aber auch Deutschland hat in den vergangenen Jahren profitiert. Wir können uns jetzt nicht aus der Verantwortung nehmen.

 

Warum trägt Deutschland die Verantwortung für die Schulden der Griechen oder Spanier?

Wir haben der Einführung des Euros zugestimmt und dafür einen Teil unserer Souveränität aufgegeben. Wir haben sehenden Auges zugestimmt, dass Länder wie Griechenland in den Euro aufgenommen werden. Im Übrigen hat sich Deutschland auch nicht immer vorbildlich verhalten. Wir waren unter den ersten, die die im Vertrag von Maastricht festgelegten Stabilitätskriterien missachtet haben. Das haben viele anscheinend vergessen.

 

Also soll Deutschland für alle zahlen.

Verantwortung übernehmen heißt nicht, für alles haften zu müssen. Eine uneingeschränkte Haftung darf es nicht geben - das war eine der Grundideen des Euros. Auch das ist mittlerweile in Vergessenheit geraten.

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Wir alle müssen zahlen

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Schalke-Anleihen? Nein, danke

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  • So kaschiert aber der Durchschnitt sein eigenes Versagen.

  • Dazu ist aber eins maßgeblich erforderlich:

    Die Bürger MÜSSEN (es gibt keinen anderen Weg!) sich organisieren, um gemeinsam planmäßig politisch wirksam handeln zu können - als Souverän! Alles kluge und richtige (und inzwischen nicht mehr neue) Geschreibsel ist sonst überflüssig!

  • Teil 2:
    Dieser Mensch gebraucht das Wort "wir" sehr oft, vereinnahmend, undemokratisch gesinnt, machtbewußt und machtkaschierend und machtstützend im Interesse derer, die manipulieren, betrügen, lügen, vernebeln, um ihre Opfer an Schluß oder dauerhaft prozessual zu schröpfen!

    Meine Bewertung: So sieht der durchnittliche, in einem dümmlichen Untergewand daherkommende Opportunismus in Person aus, der bereits in das, was man Volksfremdheit nennt, ein- und angepaßt ist, welche in Volksfeindlichkeit überzugehen droht, eine konkret entvolkte Persönlichkeit - der Schleim, der an fast jeder Türklinke jedes Büros in diesem Land klebt, das Bestandteil des System ist oder von ihm profitiert, sich aus ihm substantiiert!

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