Ende der Euphorie
Anleger werden in Schwellenländern vorsichtiger

Brasilien, Russland, Indien, China - Aktien aus den BRIC-Staaten galten bei westlichen Anlegern lange als Renditebringer. Doch die jüngsten Rückschläge an den Börsen haben die Investoren aber vorsichtiger werden lassen.
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Frankfurt/Sao Paulo/Moskau/Mumbai/PekingDie Aktienmärkte in den Industriestaaten entwickeln sich weit besser als in den Schwellenländern. Dieser Trend hat sich in den vergangenen Wochen deutlich abgezeichnet – ablesbar an den jeweiligen Aktienindizes. Die bisher gültige Börsenweisheit, dass in den aufstrebenden Ländern Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC) auch für westliche Anleger weit mehr zu holen ist als am heimischen Markt, ist damit widerlegt.

Anziehende Inflationsraten und steigende Leitzinsen verunsichern zudem viele Anleger. Auch hatten erstmals seit zwei Jahren mehr Analysten ihre Prognosen für Unternehmen aus BRIC-Staaten gesenkt als erhöht, heißt es bei der Agentur Bloomberg. „Wir haben die Übergewichtung von Schwellenländeraktien abgebaut“, sagt Joost van Leenders, Anlagestratege bei BNP Paribas Investment Partners.

Eine ähnliche Strategie verfolgen momentan viele westliche Investoren. Nicht, weil sie sich generell aus diesen Märkten zurückziehen wollen, sondern weil sich das Wachstum, das in den vergangenen Jahren in den BRIC-Ländern meist im zweistelligen Prozentbereich lag, verlangsamt hat. Die Euphorie im Hinblick auf die BRIC-Staaten – der Begriff wurde vor gut zehn Jahren von der US-Bank Goldman Sachs eingeführt – scheint endgültig verflogen zu sein.

Jahrelang war die Abkürzung BRIC bei Investoren gleichbedeutend mit überdurchschnittlichen Renditen und hohem Wachstum. Doch das ist – zumindest in der ausgeprägten Form wie bisher – vorbei. Noch haben zwar die meisten Investoren Papiere aus den BRIC-Ländern in ihren Depots übergewichtet. Weil sich derzeit aber das Umfeld nach Ansicht vieler Experten verschlechtert, verkaufen sie einen Teil der Aktien aus den BRIC-Staaten und nehmen Gewinne mit.

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