Entspannung erwartet
„Die Banken sind der Pferdefuß der Euro-Zone"

Die Euro-Krise sei zwar nicht vorbei, aber eine extreme Zuspitzung erwartet Tilmann Galler von JP Morgan Asset Management in diesem Herbst nicht. Der Portfoliomanager setzt auf europäische und amerikanische Aktien.
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Herr Galler, Dax 7000 oder Dax 9000 – was halten Sie derzeit für wahrscheinlicher?
Wir glauben nicht, dass wir schon den Höhepunkt erreicht haben. Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate sind 9000 Punkte wahrscheinlicher als 7000.

Zuletzt ging es wieder etwas turbulenter zu…
Zwei große Themen bestimmen derzeit das Marktgeschehen und haben im Juni für einen Rücksetzer gesorgt. Zum einen die Ankündigung der US-Notenbank Fed, langsam den Geldhahn zuzudrehen. Zwar soll es keine Vollbremsung geben, aber die Fed will den Fuß vom Gas nehmen. Zum anderen geht die chinesische Notenbank aktiv gegen das Schattenbankensystem vor und hat den Banken kurzfristig Liquidität entzogen. Die Konsequenz: Die Institute werden mit der Kreditvergabe vorsichtiger.

Trotzdem sind Sie optimistisch?
Ja, denn die Perspektiven für die Aktienwelt sehen schon wieder viel besser aus. Die amerikanischen Märkte haben sich von ihrer Delle im Juni schon wieder erholt und auch in Europa haben die Börsen den Rücksetzer fast wettgemacht. Die Rentenmärkte sind allerdings auf ihrem erhöhten Renditeniveau geblieben.

Steigende Renditen an den Anleihemärkten sind ein Zeichen für die Nervosität der Anleger. Befürchten Sie, dass sich die Euro-Schuldenkrise noch einmal zuspitzt?
Ganz ausgeschlossen ist das nicht. Die Ungleichgewichte zwischen den einzelnen Euro-Staaten sind weiterhin vorhanden, auch wenn sich die Lage bereits entspannt hat. Spanien, Irland, Portugal und teilweise auch Griechenland sind mit ihren Reformen schon ein gutes Stück vorangekommen, wie wir an den  Produktions- und Lohnstückkosten ablesen können. Auch die Spannung in den Zahlungsbilanzen – Stichwort Target II – lassen langsam nach. Diese Erholungstendenzen sollten ein Zeichen dafür sein, dass wir die Talsohle hinter uns gelassen haben.

Jürgen Stark, Ex-Chef-Volkswirt der EZB hat vor einem heißen Herbst gewarnt, die Krise in Frankreich könnte sich wieder zuspitzen.
Natürlich ist die Euro-Krise noch nicht ausgestanden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Ungleichgewichte zwischen den Euro-Staaten an der Börse wieder stärker thematisiert werden und zu Rückschlägen an den Märkten führen. Die Lösung der Euro-Krise ist ein langwieriger Prozess, der vom Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Kapitalmärkten abhängt. Lässt der Druck der Märkte auf die Krisenstaaten nach, dann schwächt sich auch der Reformeifer ein wenig ab. Und umgekehrt. Eine erneute extreme Zuspitzung ist eher unwahrscheinlich.

Kommentare zu " Entspannung erwartet: „Die Banken sind der Pferdefuß der Euro-Zone""

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  • Lustig, was man so alles den Marxisten/Kommunisten anhängt^^

    Darauf, dass das hier der normale Wahnsinn und die Machtbesessenheit einzelner Grüppchen ist, darauf kommt hier wohl keiner^^
    Das Thema Ausbeutung/Beherrschung der Massen durch Wenige haben weder Marx noch Engels erfunden - das gibbet schon seit tausenden von Jahren - also lange vor Marxismus/Kommunismus. Aber ist schon klar - irgendwer muss ja Schuld sein... ;-) Hauptsache man kann ohne Nachzudenken irgendwem irgendwas in die Schuhe schieben.

    Wir entwickeln uns gerade wieder zurück zur Sklaverei - auch wenn sie ein bisserl aufgehübscht wird - moderne Lohnsklaverei bleibt immer noch eine Sklaverei!

    PS: Den Euro hat in erster Linie die Kohlära verbrochen - Da wurden nämlich die Verträge geschlossen und 2002 als Einführungsdatum festgelegt. Der Euro war der Preis für die Deutsche Einheit.



  • Pferdefüsse ?....

    Ich seh nur Klumpfüsse a la J.B Morgan, dazu passende, deckungsgleiche XY Polit-Mutanten a la Juncker und Co..

    So ein Ober-Depp, 2014 beginnt die "Rumpelphase" an den Anleihemärkten, einhergehend mit laufender Bankenkrise/Umschuldung / US-Defizit-Haushaltsblähung.

    Elendig verzockten Derivatenmuftis geht die Muffe.

  • Der Pferdefuß ist die Entwicklung des Bund Future, stupid - und da schauts grauenhaft aus. Viel Spaß mit Aktien

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