Erfolg mit qualitativen Auswahlverfahren
Fondsgebundene Vermögensverwaltung hat viele Gesichter

Die Schwankungen an den Aktienmärkten führten in den letzten drei Jahren zu unbefriedigenden Ergebnissen in den meisten Vermögensverwaltungen. Auch Fondsvermögensverwalter, die ausschließlich in Investmentfonds anlegten, waren davon nicht ausgenommen.

<p>Viele Verfahren zur Auswahl der Investmentfonds begünstigten und verstärkten den negativen Trend. Vermögensverwalter mit einem unabhängigen Fondsauswahlansatz stehen vor der Aufgabe, einen konsistenten Prozess zur Identifikation guter Investmentfonds zu entwickeln. Dagegen brauchen Anbieter, die ausschließlich hauseigene Fonds in ihrer Vermögensverwaltung einsetzen und für die ein Auswahlproblem somit generell nicht besteht, hier nicht näher betrachtet zu werden.</p> <p>Einfache Modelle betrachten nur die Performance eines Fonds im Verhältnis zu seiner Benchmark und zum Wettbewerb über einen zurückliegenden Zeitraum. Diese Verfahren unterstellen zum Beispiel, dass die vergangene Performance der Indikator für die künftige Performance ist. Beispiele aus der Vergangenheit jedoch zeigen, dass dies eine zu einfache Annahme darstellt. Durch Einbezug von Risikoparametern, wie Tracking Error und Information Ratio, werden die Verfahren ergänzt, um eine risikoadjustierte Erfolgsbetrachtung zu gewährleisten.</p> <p>Der Tracking Error wird häufig als Maß für das vom Fonds eingegangene Risiko im Vergleich zu der Benchmark, die für den Fonds relevant ist, benutzt. Er misst die Standardabweichung der Fondsrendite von der Rendite des jeweiligen Referenzindizes. Je höher der Tracking Error eines Fonds, desto höher ist das Risiko, das im Verhältnis zum Referenzindex eingegangen wurde.</p> <p>Das Information Ratio misst die Differenz zwischen der annualisierten Durchschnittsrendite des Fonds und der des Referenzindizes, geteilt durch den Tracking Error. Dieses Maß gilt als Ausweis für die Qualität des Fondsmanagers, Zusatzperformance "je Risikoeinheit" zu erzielen. Das Information Ratio macht deutlich, dass das höhere Risiko, das der Fonds im Vergleich zum Referenzindex eingegangen ist, zu einem besseren Ergebnis geführt hat.</p> <p>Neben solch quantitativen Auswahlverfahren wird inzwischen auch stärkeres Augenmerk auf qualitative Kriterien gelegt. </p> <cms_section> <p>Beispielsweise das Auftreten so genannter "Style drifts", also Diskrepanzen zwischen der von der Fondsgesellschaft kommunizierten Anlagestrategie und der innerhalb des Fonds tatsächlich verfolgten. Darüber hinaus gewinnt die Betrachtung des Verhaltens der Fonds in verschiedenen Marktphasen, wie Aufwärts-, Abwärts- und Seitwärtsbewegungen an Bedeutung. Damit halten die Fondsvermögensverwalter nun zwar ein deutlich tragfähigeres Konzept zur Analyse von Fonds in der Hand als die zu Anfang skizzierte "Rennliste", aber nach wie vor werden die Beurteilungsdaten aus Vergangenheitswerten generiert.</p> <p>Um einen Eindruck bezüglich des künftigen Potenzials eines Fonds zu gewinnen, gehen deshalb einige Anbieter den mühevollen Weg, sich mit der Güte, Struktur und Philosophie der Fondsgesellschaften und ihrer Investmentprozesse auseinander zu setzen. Mit Fragen danach, ob die Anlageentscheidungen in einem bestimmten Fonds eher auf der Entscheidung einer Einzelperson oder auf die in einem Team beruhen und welche Expertise und Erfahrung die handelnden Personen einbringen, wird der ursprüngliche Auswahlansatz um qualitative, jetzt auch in die Zukunft gerichtete Komponenten erweitert.</p> <p>Last but not least ist die Informationspolitik der jeweiligen Fondsgesellschaft ein Kriterium für die Bewertung von Fonds; persönliche Gespräche mit dem Fondsmanagement, aber auch die schnelle Beantwortung von Anfragen gehören dazu. Dieses umfassende qualitative Instrumentarium kombiniert mit den oben beschriebenen verfeinerten quantitativen Ansätzen, ermöglicht dem Vermögensverwalter aus der Vielzahl der angebotenen Investmentfonds der jeweiligen Segmente die passenden auszuwählen. Eine regelmäßige Überprüfung aller Kriterien ermöglicht schließlich die Kontinuität, die Anleger von einem Vermögensverwalter erwarten.</p> <p>Eine interessante neue Alternative kann der Einsatz so genannter risikobegrenzter Aktienfonds in der Vermögensverwaltung sein.</p> <cms_section> <p> Diese Fonds streben durch ein ausgefeiltes Konzept ein absolutes Renditeziel an, ohne eine meist teuer zu bezahlende Garantie auszusprechen. Im Rahmen der Möglichkeiten, die der Gesetzgeber (KAGG) bietet, sind hier mittlerweile verschiedene Konzepte am Markt erhältlich, derer sich ein Fondsvermögensverwalter entweder zur Beimischung bei bereits vorhandenen Depots oder zur Gestaltung einer die Produktpalette ergänzenden Strategie bedienen kann.</p> <p>Verschiedene Gesellschaften bieten Fonds an, die über Volatilitäts- Strategien und/oder intelligentes Derivatemanagement ein absolutes Renditeziel anstreben. Der Fondsvermögensverwalter steht vor der reizvollen Aufgabe, aus dem Angebot der bestehenden und der noch zu erwartenden Fonds die erfolgversprechendsten Konzepte auszuwählen. Es wird deutlich, dass der qualitativ geprägte Teil bei der Bewertung solcher Fonds, die meist eine nur kurze Historie haben, eine besonders große Rolle spielen muss.</p> <p><i>Steffen Oprée ist Leiter der Vermögensverwaltung bei der Helaba Trust Beratungs- und Management-Gesellschaft mbH, Frankfurt am Main.</i></p> <hr_size=1_width=100%_border=0> <p><b>Komplexe Strategien.</b></p> <ul> <li><b>Kriterien</b>: Konzepte und das Know-how der handelnden Personen werden auf den Prüfstand gestellt. <li><b>Strategien</b>: Um die teilweise komplexen Anlagestrategien zu verstehen, sind ein hohes Maß an Expertise und zeitaufwendige Studien gefordert. <li><b>Mehrwert</b>: Der Fondsvermögensverwalter sollte daher mit seinem Wissen einen besonderen Mehrwert für den Anleger bieten. <li><b>Risko</b>: Der Anleger muss dennoch berücksichtigen, dass Strategien auf Basis risikobegrenzter Aktienfonds in stark haussierenden Märkten tendenziell ein begrenztes Aufwärtspotential aufweisen. <li><b>Alternative</b>: Fonds stellen daher die Basis für eine ausgeglichene Vermögensstrukturierung dar, die darüber hinaus auch Aktienengagements enthalten sollte. </ul>

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