Erholung der Aktienmärkte, höhere Prämien und verbesserte Eigenkapitalbasis begünstigen Aktien der Assekuranz
Anlagestrategen setzen auf Versicherer

Versicherungsaktien sind an der Börse wieder gefragt. Seit Jahresbeginn hat der Euro-Stoxx-Subindex Insurance mit einem Plus von knapp acht Prozent den breiten Markt deutlich geschlagen. Nachdem die Assekuranz-Branche in den vergangenen drei Jahren massiven Belastungen durch Terroranschläge, Eigenkapitalkrise und Abschreibungen auf Wertpapierbestände ausgesetzt war und auch die Kurse weit hinter der Marktentwicklung zurückblieben, zählen Bankstrategen die Versicherer jetzt wieder zu ihren Anlagefavoriten. Deutliche Kostensenkungen, Gewinne am Kapitalmarkt und eine attraktive Börsenbewertung vieler Titel sollten Versicherungsaktien 2004 begünstigen, so die Erwartungen.

DÜSSELDORF. Als wichtigsten Fortschritt bewerten Analysten die gestärkte Eigenkapitalbasis der Versicherungskonzerne. In der Assekuranz kommt dem Eigenkapital große Bedeutung zu, weil die Unternehmen damit ihre Geschäftstätigkeit finanzieren und sich gegen künftige Schäden absichern. Nachdem die Reserven in den vergangenen Jahren stark zusammengeschmolzen waren, haben die großen Konzerne diese zuletzt durch Kapitalerhöhungen und Beteiligungsverkäufe wieder gestärkt.

Die bessere Kapitalausstattung erhöht auch den Handlungsspielraum der Versicherer am Kapitalmarkt. Eine dicke Eigenkapitaldecke ermöglicht ihnen, in riskantere Anlagen zu investieren, die höhere Renditen versprechen. Den Versicherern kommt zudem die aktuelle Erholung an den Aktienmärkten zugute, da höhere Kurse ihre Gewinne steigern. Vor allem Allianz, Münchener Rück und Axa weisen trotz der Börsenbaisse der vergangenen Jahre noch recht hohe Aktienquoten auf und profitieren überdurchschnittlich von steigenden Kursen.

Neben dem Kapitalergebnis haben die Versicherer zuletzt auch ihre technischen Ergebnisse, also die Einnahmen aus dem operativen Geschäft, gesteigert. Das Verhältnis von Schäden und Kosten zu Prämieneinnahmen („Combined Ratio“) hat sich deutlich verbessert. In Zeiten hoher Zinsen und stabiler Aktienmärkte hätten die Versicherer es sich leisten können, zu niedrige Prämien zu verlangen, da die dadurch entstandenen Verluste durch Gewinne an den Börsen ausgeglichen werden konnten, schreiben die Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) in einer Studie. „Von dieser Praxis sind die Versicherer abgerückt, denn das niedrige Zinsniveau und die Flaute an den Börsen lassen dies nicht mehr zu.“ Die Folge seien Prämienerhöhungen. Außerdem achteten die Unternehmen mehr darauf, Kunden zu versichern, bei denen es voraussichtlich zu weniger Schäden kommt, heißt es bei der Landesbank.

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