Euro 2008
Auf den Fußball spekulieren

Wenn der Ball rollt, wollen viele profitieren. Doch Wunsch und Wirklichkeit klaffen bei vielen Unternehmen auseinander. Optimistisch können aber Unternehmen aus den Gastgeber-Ländern ins Turnier gehen.

FRANKFURT. Sponsoren, Sportartikler, Spekulanten: Die Liste potenzieller Profiteure ähnelt sich bei jedem sportlichen Mega-Event. So auch bei der in rund anderthalb Wochen startenden Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz. Meist sind es im Nachhinein jedoch nur wenige, deren Kurse am Aktienmarkt sich tatsächlich nach oben entwickeln.

Wunsch und Wirklichkeit klaffen also bei vielen Unternehmen, die im Sog solcher Großveranstaltungen profitieren wollen, auseinander. Und das, obwohl die Experten des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) gerade erst festgestellt haben, dass der globale Fußballmarkt zu den überdurchschnittlich wachsenden Branchen gehört.

Beispiel Sportartikel-Hersteller: Nie war das Verhältnis der "großen Drei" bei einem internationalen Turnier so ausgeglichen wie diesmal. Adidas (Deutschland, Frankreich, Spanien, Griechenland, Rumänien), Nike (Kroatien, Niederlande, Portugal, Russland, Türkei) und Puma (Italien, Polen, Österreich, Schweiz, Tschechien) rüsten jeweils fünf der insgesamt 16 Teams aus. Einzig die Schweden tragen die Leibchen von Nike-Tochter Umbro. Adidas hat noch einen zusätzlichen Werbevorteil in der Präsenz vor Milliarden von Fernsehzuschauern weltweit; die Franken kleiden nicht nur die Schiedsrichter ein und stellen den offiziellen Spielball. Sie sind zudem einer von zehn offiziellen Sponsoren des Turniers.

In der Analystengunst liegt die Aktie deswegen im Vergleich zu den Wettbewerbern oben. 28 von den 34 Beobachtern aus der Bankenszene empfehlen sie zum Kauf. Gleichwohl weisen viele auf das Verhältnis solcher Marketing-Maßnahmen in Relation zur Gesamtstrategie hin. Die Analysten der Commerzbank etwa haben die Belastungen im wichtigen Nordamerika-Geschäft dem EM-Effekt gegenübergestellt: "Dies sehen wir vor allem vor dem Hintergrund des sich im Jahresverlauf vermutlich abschwächenden Europa-Geschäftes (Fußball-EM-Effekt dürfte nachlassen) als Risiko für den Konzern-Geschäftsverlauf im Rest des Jahres". Anders ausgedrückt: Wenn es anderswo hakt, kann dies auch kein mit hohen Marketing-Ausgaben unterstütztes sportliches Großereignis wettmachen.

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