Euro, Öl, Sentiment
Am Aktienmarkt wachsen die Gefahren

Nachdem die Kurse in den vergangenen Wochen schnell gestiegen sind, deutet jetzt vieles auf eine Korrektur an der Börse hin. Gefahren drohen von mehreren Seiten.
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FrankfurtZugegeben, als Vorbote einer Konsolidierung taugt das knappe Prozent, das der Deutsche Aktienindex (Dax) gestern abgeben musste, noch nicht. Nur weil Investoren bei den großen Autotiteln wie BMW, Daimler und VW einen Teil der Kursgewinne einsacken, die dort in den vergangenen Wochen anfielen, ist das noch nicht besorgniserregend. Auch heute geht es für den Dax nur leicht abwärts.

Doch die Anzeichen, dass es in Kürze zu einer wie auch immer gearteten Konsolidierung an den Börsen kommt, sind unübersehbar. "Die Liste potenzieller Risiken wächst kontinuierlich, und die Aktien sind zuletzt ziemlich schnell ziemlich stark gestiegen", sagt Bob Doll, Aktienchef beim weltweit größten Vermögensverwalter Blackrock.

Dabei sind es nicht nur die mittlerweile altbekannten Probleme wie die hohe Staatsverschuldung in den USA, in Japan, Großbritannien und einigen Ländern des Euro-Raums. Auch das Thema Inflation trifft die Börsianer nicht mehr ganz unvermutet. Ganz zu schweigen von den vielen geopolitischen Brandherden.

Neu ist hingegen, dass sich der Euro zum Dollar mehr und mehr der Marke von 1,50 annähert. Spätestens dann werden sich viele der traditionell exportlastigen deutschen Unternehmen des Problems bewusst werden. Auch die Anleger werden dann diesem Aspekt neue Beachtung schenken. Zwar haben speziell die deutschen Autobauer in den vergangenen Jahren einen Teil des häufiger wiederkehrenden Problems beseitigt: Autos für die USA werden zu einem guten Teil dort gebaut; viele Zulieferer sitzen auch dort. So werden die Geschäfte weitgehend in einem Währungsraum abgeschlossen.

Dennoch sind weiter teure Absicherungsgeschäfte nötig, um vernünftig kalkulieren zu können. Wie schwierig das ist, zeigt die Umfrage des Handelsblatts, die gerade mal vier Monate alt ist. Damals zur Jahreswende sah nur eine von 40 befragten Banken den Euro in diesem Jahr über 1,50 Dollar steigen. Die kleine Berliner Weberbank gab die äußerst breite Spanne von 1,25 bis 1,60 Dollar aus. Alle anderen Häuser lagen teilweise deutlich darunter. Die Bank of America prophezeite gar nur ein Intervall von 1,20 bis 1,29 Euro.

Zu den wenigen Profiteuren eines starken Dollars gehören traditionell die beiden Sportartikelhersteller Adidas und Puma. Sie lassen sehr viel auf Dollar-Basis in Fernost produzieren und verkaufen im erstarkten Euro-Raum.

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