Euro-Tief und Neuwahlphantasie beflügeln
Dax hat noch Potenzial

Zum ersten Mal seit seinem Langzeittief von Anfang 2003 hat der Dax die Marke von 4500 Punkten überwunden. Allein am Mittwoch hat das Börsenbarometer rund 1,5 Prozent auf 4527 Punkte zugelegt. Börsianer begründen dies vor allem mit dem aktuellen Dollar-Höhenflug. Darüber hinaus habe die Aussicht auf Neuwahlen die Hoffnung auf wirtschaftliche Reformen in Deutschland beflügelt.

HB FRANKFURT. Trotz des neuen Drei-Jahres-Hochs sei das Potenzial deutscher Standardwerte noch nicht ausgereizt, meint Tim Albrecht, Fondsmanager bei der Deutsche Bank-Tochter DWS. „Von den Kurs-Gewinn-Verhältnissen her ist der Dax derzeit der günstigste Börsenindex in Europa“. Das Börsenbarometer könne daher noch in diesem Jahr 4600 bis 4700 Punkte erreichen, glaubt Albrecht.

Da die Dax-Unternehmen zwei Drittel ihrer Umsätze im Ausland erwirtschafteten, profitierten sie vor allem von guten Perspektiven beim Export. Zum einen wachse die Weltwirtschaft weiter, wenn auch mit gebremstem Tempo. Zum anderen beflügele der starke Dollar die Ausfuhren vor allem in der Automobil- und Chemiebranche.

Darüber hinaus sei Deutschland auch bei den Lohnkosten wettbewerbsfähiger geworden. Mit ihren erfolgreichen Restrukturierungsmaßnahmen lockten deutsche Unternehmen zunehmend wieder ausländische Aktieninvestoren an.

„Auch die hohe Liquidität im Markt deutet auf weitere Aktienkäufe hin“. Noch immer hätten viele Investoren ihr Geld in Anleihen geparkt. Da deren Renditen aber derzeit sehr niedrig seien, suchten sie zunehmend Alternativen am Aktienmarkt.

Kurzfristig sollten Anleger dennoch nicht auf eine Wiederholung der Kurssprünge von heute hoffen, meint Petra von Kerssenbrock, Analystin bei der Commerzbank. Eine leichte Aufwärtsbewegung sei zwar noch drin, doch der Markt sei bereits "überkauft".

Auf längere Sicht sieht aber auch von Kerssenbrock Chancen für weitere Kurszuwächse. Der Dax könne in diesem Jahr sogar noch 4600 bis 4800 Punkte erreichen, meint die Analystin. Entscheidend sei allerdings, dass sich der Dollar weiterhin auf seinem hohen Niveau halte. Darüber hinaus beflügele die Hoffnung auf einen Regierungswechsel nach den Neuwahlen im Herbst die Märkte.

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