Europa-Börsen: Experten reden die nächste Rally herbei

Europa-Börsen
Experten reden die nächste Rally herbei

Der Dax hat sich oberhalb der Marke von 7.000 Punkten breitgemacht. Und geht es nach den Strategen der Banken, ist noch lange nicht Schluss mit der Aktien-Rally. Manch einer ruft schon neue Höchststände aus.
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FrankfurtDie Aktienkurse sind in Europa zuletzt deutlich gestiegen. An der Börse in Frankfurt, aber auch in den Krisenstaaten, in Spanien oder Portugal. Die große Frage, die sich derzeit viele Investoren stellen, lautet: Lohnt der Einstieg noch - oder sind die Kurse zu weit gestiegen und der nächste Rückschlag droht?

Die Unternehmensbilanzen sprechen eine deutliche Sprache: Europas Aktienmärkte sind aktuell so bewertet, als ob Investoren im kommenden Jahr kein Gewinnwachstum erwarteten. Bei Aktienstrategen wächst deshalb die Zuversicht, dass der Index schon bald auf ein neues Fünf-Jahres-Hoch klettert.

Der europäische Aktienindex Stoxx Europe 600 ist zum 11- fachen des erwarteten Gewinns bewertet, gegenüber dem 13-fachen vor Beginn der Finanzkrise, zeigen Bloomberg-Daten. Obwohl die Region im abgelaufenen Quartal in eine Rezession abglitt, erwarten sieben von Bloomberg befragte Strategen im Durchschnitt ein Gewinnwachstum von fünf Prozent im nächsten Jahr. Die Aktienbenchmark dürfte gemäß dieser Prognose bis Ende 2013 rund zehn Prozent zulegen auf den höchsten Stand seit 2008.

Während Skeptiker argumentieren, dass Arbeitslosenquoten von 25 Prozent in Spanien und Griechenland gepaart mit Sparprogrammen in Frankreich und Italien die Erwartungen jeglichen Gewinnwachstums unrealistisch machen, sieht Graham Bishop von Exane BNP Paribas Bewertungen von 10 Prozent unter dem historischen Durchschnitt als Anzeichen dafür, dass Anleger zu pessimistisch sind.

Verglichen mit Anleihen sind Aktien so tief bewertet wie noch nie. Hintergrund sind die Bemühungen der Europäischen Zentralbank, die Wirtschaft der Region anzukurbeln. Das stelle eine Gelegenheit dar für den Kauf von Aktien wie etwa Royal Dutch Shell bis hin zum Discount-Händler Distribuidora Internacional de Alimentacion (Dia) in Madrid, sagt Daniel McCormack von Macquarie Group Ltd in Sydney.
Strategen unterschätzten die Kursgewinne im laufenden Jahr. Der Stoxx 600 Index hat seit Jahresbeginn rund elf Prozent zugelegt. Der Wert liegt über der Prognose von einem Wertzuwachs von 9,4 Prozent in einer Bloomberg-Umfrage von Dezember 2011. Im Jahr 2010 hatte der Index 8,6 Prozent zugelegt, im Jahr darauf verlor der Index elf Prozent.

Kommentare zu " Europa-Börsen: Experten reden die nächste Rally herbei"

Alle Kommentare
  • Ein Sprichwort sagt: Die Letzten beißen die Hund. Vor allem an der Börse. Wenn der Privat Anleger kommt, ist die Party lange schon gelaufen.

  • Fundamentaldaten spielen doch nur noch eine untergeordnete Rolle bei der Kursentwicklung. Woran liegt das?

    - indirekter Einfluss der Politik ("Euro-Angst", Geldflutung durch EZB, FED usw.)

    - Hochfrequenzhandel manipuliert die Kurse. Angeblich werden bereits weit über 50% der Transaktionen von Computern getätigt.

    - verstärkter Einsatz von Trendfolgestrategien führt dazu, dass Händler sich nur noch an Trends dranhängen. Trends bekommen dadurch eine Eigendynamik, die nicht mehr nachvollziehbar ist. Fundamentaldaten werden hierbei völlig ignoriert

    Fazit: Der normale private Aktienhändler tut sich immer schwerer an der Börse, v. A. wenn er nur wenig Zeit hat, um die Kurse ständig zu verfolgen.

  • "Experten reden die nächste Rally herbei"

    Experten? ... Ein Brüller

    reden? ... wohl eher lügen

  • Da wird wieder ordentlich künstliche Kurspflege betrieben.
    Wirtschaftlich ebensowenig abgesichert wie der gepuschte EURO!

  • Geduld.....so ein Blödsinn.frag mal diejenigen die vor 5 Jahren gekauft haben um 30 oder noch mehr.
    Bei einem theoretischen Minus von 1/3 muss das Ding 50% nach oben machen um auf plusminus 0 zu kommen.
    Bei einem Minus von 50%(Buchverlust) schon 100%.
    Ich mein,ich hab am Mittwoch Nokia gekauft und Donnerstag wieder rausgehaun.seitdem ist es wunderbar nach unten gegangen.
    Sorry dass ich im Zeitalter des Millisekundenhandels nur noch an langfristig im sinne von 24h bis 1 Woche "anlagehorizont" glaube.
    und zu Schulden?Zinsen sind jetzt unten,wo sollen die noch hin?aber die Schulden die E.on hat müssen entweder mal abbezahlt werden mit neuen Schulden oder aus dem ergebnis-welche Grösse du da auch immer ansetzen willst, bedient werden.

    und bzgl.schulden....alles was Schulden hat ist am Ende.Griechenland,Spanien,Portugal,Telefonica,Solarfirmen,E.on....Schulden machen einen platt.

    Naja,2 mal gelogen zwecks Dividende.der Markt pusht das Papier sicher nicht damit die Manager ihre Optionen einlösen können oder teuer verkaufen.es geht nur ums scalpen

  • @ert

    es ist immer das gleiche,
    kaum hat man die Aktie rausgehauen, dann steigt sie,
    mal so nebenbei, warum sollten Eon oder andere Konzerne Schulden drücken,
    die Zinsen sind unten.

  • E.on nervt....seit über einer Woche hab ich das Ding und gerade mal 1% Rendite,glaub bevor ich länger totes Kapital halte hau ich es lieber raus

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Gähn, die typische Sell Side-Analyse. Für die ist doch immer eine gute Zeit, Aktien zu kaufen: ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter.
    Die Unternehmensgewinne als Teil des BIP sind auf einem Allzeithoch. Wenn wir eine echte, gute konjunkturelle Erholung bekommen sollten (was ich nicht glaube), so müsste dafür die Massenkaufkraft steigen, also die Löhne absolut, nominal & relativ steigen, der Anteil der Unternehmensgewinne am BIP muss sinken. Sonst gibt es keine Erholung. Wie soll man bei dieser Aussicht Aktien kaufen?

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