Europäische Aktien

US-Fondsmanager auf Schnäppchenjagd

Nach Rekordgewinnen auf dem Heimatmarkt suchen jetzt viele amerikanische Fondsmanager in Europa nach unterbewerteten Aktien. Das dürfte für Kursauftrieb sorgen: US-Aktienfonds verwalten umgerechnet 3,6 Billionen Euro.
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Euronext Paris. US-Fondsmanager haben europäische Aktien im Visier. Quelle: ap

Euronext Paris. US-Fondsmanager haben europäische Aktien im Visier.

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Oliver Pursche ist hierzulande kaum bekannt. Dabei zählte das von ihm verwaltete Portfolio GMG Defensive Beta Fund zu den Besten seiner Klasse. Er schlug 97 Prozent seiner Konkurrenten. Doch der Fonds ist nur für amerikanische Anleger erhältlich und müsste Europäer nicht interessieren. Doch Pursche ist wie viele Kollegen derzeit in Europa auf Shopping-Tour.

Er kaufte Aktien von Total SA und Royal Dutch Shell. Ihn  lockten die im Vergleich zur US-Konkurrenz relativ hohen Dividenden und niedrigen Bewertungen: „Wer sich diese Gesellschaften anschaut und mit Exxon oder Chevron aus den USA vergleicht, erkennt, dass sie viel attraktiver gepreist sind, und dabei in der gleichen Branche aktiv sind“, sagt Pursche. Thematisch sei er vor allem im Energiesektor aufgestellt. Aber er habe auch Aktien von Nestlé und Novartis AG gekauft.

Auch die großen Anbieter blicken nach Europa: Paul Zemsky ist bei ING Investment Management in New York Leiter Asset Allocation. Er zählt Aktien von ausländischen Konzernen mit hohem Umsatzanteil in den USA zu seinen Favoriten. Unterm Strich verwalten US- Fondsmanager zusammen umgerechnet 3,6 Billionen Euro an Vermögen.

Was macht europäische Aktien für Amerikaner interessant? – Einerseits ist die Marktkapitalisierung an den US-Börsen seit dem Tief im März 2009 um 13 Billionen Dollar gestiegen ist. Der Standard & Poor's 500 Index hat 2013 die beste Gewinnperiode seit 2004 erreicht. Jetzt steigt das Rückschlagpotenzial.

Seit März 2009 hat der S&P 500 Index um 167 Prozent zugelegt und das Rekordhoch vom Oktober 2007 hinter sich gelassen. Der Bullenmarkt währt mittlerweile 57 Monate - das sind neun Monate mehr als die durchschnittliche Dauer einer Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Aktienbewertungen sind auf das höchste Niveau seit fast vier Jahren vorgerückt

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