Exklusiv-Umfrage bei privaten und institutionellen Anlegern: Gute Noten für neuen Fed-Chef
Investoren setzen auf Bernanke

Der künftige Notenbankchef Ben Bernanke genießt bei Investoren hohes Vertrauen. Das belegt eine Umfrage bei 455 privaten und 146 institutionellen Anlegern, die die Investmentexperten von Sentix in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt durchgeführt haben.

DÜSSELDORF. Demnach ist die Zustimmung für den Nachfolger von Alan Greenspan vor allem deshalb so hoch, weil er für Kontinuität und keinen restriktiven geldpolitischen Kurs steht.

Dass Bernanke die Arbeit Greenspans mindestens genauso gut oder besser fortsetzen wird, glauben 55 Prozent der privaten und 51 Prozent der institutionellen Investoren. Nur zwölf Prozent fürchten eine schlechtere Politik der Notenbank. US-Präsident George W. Bush hatte in der vergangenen Woche seinen Wirtschaftsberater als Nachfolger Greenspans vorgeschlagen, der Ende Januar nach 18 Jahren aus dem Amt scheidet. Seine Wahl gilt als sicher.

Auffällig ist, dass Investoren Bernanke deutlich positiver einschätzen als bei einer ähnlichen Umfrage im März. Damals war ein Nachfolger noch nicht bekannt. Im Gegensatz zum Frühjahr glauben jetzt kaum noch Investoren, dass der Personalwechsel Gefahren für die Aktien-, Anleihen- und Devisenmärkte mit sich bringt. Und ging im Frühjahr gut ein Drittel der Befragten davon aus, dass unter einem künftigen Notenbankchef die Geldpolitik restriktiver werden wird, glauben dies aktuell nur noch 26 Prozent der Privaten und 22 Prozent der Profis.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Verbraucherausgaben in den USA zuletzt mit 4,7 Prozent so stark wie seit 14 Jahren nicht mehr gestiegen sind – und aus Sicht der Finanzmärkte Zinserhöhungen und damit eine restriktivere Zinspolitik wahrscheinlich machen. Am heutigen Dienstag dürfte die Notenbank ihren Leitzins von 3,75 auf vier Prozent anheben. Dieser wird nach Einschätzung der Terminmärkte bereits im April bei 4,5 Prozent liegen. Bis Sommer vergangenen Jahres lag der Satz bei nur einem Prozent.

Investoren verbinden mit Bernanke einen lockeren geldpolitischen Kurs. „Hier sind vielleicht seine Aussagen aus dem Jahr 2003 prägend, als er dafür plädierte, notfalls Geldscheine per Helikopter zu verteilen, um eine Deflation abzuwenden“, interpretiert Manfred Hübner, Frankfurter Investmentstratege und Träger der Umfrage, die Ergebnisse. Jüngere Aussagen Bernankes, möglicherweise ein Inflationsziel zur Grundlage der Notenbankpolitik zu machen, passen hingegen nicht zur Wahrnehmung der Investoren.

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