Experten-Befragung deckt Verbesserungspotenziale auf
Studie kritisiert Beratungsqualität bei nachhaltigen Geldanlagen

Das Marktvolumen nachhaltiger Geldanlagen hat sich in den vergangenen drei Jahren trotz Börsenkrise und einem allgemeinen Vertrauensverlust der Anleger in Aktien verdoppelt. „Zur Zeit sind in Deutschland 2,93 Mrd. Euro in nachhaltige Investmentfonds investiert", gab Ingo Schoenheit, Geschäftsführer der Ratingagentur imug bekannt. Um die großen Potenziale auszuschöpfen, müssten insbesondere der Vertrieb, die Schulung der Berater und die Transparenz über das Angebot verbessert werden. Gerade die Beraterqualität deutscher Banken lässt zu wünschen übrig, ergab eine Studie der Gesellschaft.

BRÜSSEL. Als Kunden auftretende Wissenschaftler ließen sich von sieben Kreditinstituten beraten, wie sie 10 000 Euro in sozial-ökologische Investmentfonds anlegen könnten. Citibank, Commerzbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Postbank, DEB-Bank und die Sparkasse Hannover wurden auf diese Art getestet. Das Ergebnis ist blamabel: Die Bera-ter waren zwar freundlich und verständlich, doch die Informationsmaterialien, der Umgang mit diesen und die Individualität der Beratung waren mittelmäßig bis schlecht.

Auch die konventionellen Informationen zur Anlagestrategie sozial-ökologischer Fonds - wie Wertpapierart, Branchen, geographischer Anlagehorizont oder Anlageobjekt - beurteilten die Prüfer als eher schlecht, ebenso die Angaben der Banken zu Kosten, Risiko, Wertentwicklung und Liquidität. Die Beratung hinsichtlich der Anlagestrategie der Fonds wird gar als sehr schlecht bewertet, Informationen zur sozial-ökologischen Portfolio- Bildung gab es meist gar nicht.

„Das Bekenntnis des Managements zu nachhaltigen Geldanlagen ist an der Basis oft noch nicht angekommen," resümierte Ulf Schrader von imug vor etwa 80 Vertretern von Banken, Fondsgesellschaften und Unternehmen auf einer Tagung in Hannover. Anlageberater müssten weitergebildet werden hinsichtlich ihrer Kompetenz und vor allem ihrer Motivation, die alternativen Geldanlagen überhaupt anzubieten.

Dass der Vertrieb ein Schwachpunkt des Marktes ist, bestätigt Andrea Ferch von SEB Invest: „Um nachhaltige Finanzprodukte aus ihrem Nischendasein herauszuführen, ist es essenziell, dass die großen, konventionellen Finanzproduktgeber das nachhaltige Anlagesegment in ihren Vertriebsfokus rücken. Und zwar nicht als einmalige Aktion, sondern konsequent und dauerhaft.“

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