Experten bewerten die langfristigen Perspektiven für das Edelmetall positiv – Euro-Anleger profitieren bislang kaum
Gold erstrahlt in hellem Glanz

Nach einer etwas längeren Atempause schickt sich der Goldpreis an, zu einem neuen Höhenflug anzusetzen. Zum Wochenschluss kostete die Feinunze (31,10 Gramm) in London über 445 Dollar – so viel wie seit 1988 nicht mehr. Damit ist der Kurs in den zurückliegenden drei Jahren um fast 200 Dollar geklettert. Dennoch halten die meisten Analysten das Potenzial für das Edelmetall noch nicht für ausgereizt.

KAPSTADT/DÜSSELDORF. Für einen weiteren Anstieg spricht nach Ansicht vieler Experten eine Reihe von Faktoren. Kurzfristig etwa profitiert das Edelmetall vom rückläufigen Kurs des Dollars. Die US-Währung und der Goldpreis bewegen sich gewöhnlich in entgegengesetzter Richtung. Evy Hambro, Rohstoffexperte von Merrill Lynch Investment Managers, sieht in der Dollar-Schwäche und in der unsicheren Lage im Irak positive Einflüsse auf den Preis. Dazu sind handelbare Fondsanteile (ETF) eine neue Möglichkeit, in Gold zu investieren. Diese „Street Tracks Gold Trust“ wurden erstmals am Donnerstag an der New Yorker Börse gehandelt. Das Instrument soll – so die Erwartung – neue Anlegerkreise für Goldinvestments erschließen, was wiederum die Nachfrage treiben würde.

Doch auch längerfristig bleibt der Ausblick für Gold positiv. Markus Bachmann spricht von einer „strukturellen Aufwärtsbewegung“ des Preises. Für das Jahresende prognostiziert der Edelmetallspezialist von Craton Capital in Johannesburg einen Goldpreis nahe des aktuellen Niveaus. Bis Ende 2005 könnte Gold sogar bei 500 Dollar oder leicht darüber liegen. Neben dem weiter schwachen Dollar und einer rückläufigen Minenproduktion begründet Bachmann seinen Optimismus mit der Suche verunsicherter Investoren nach sicheren Anlagen. Gold gelte daher in begrenztem Umfang als fester Bestandteil eines ausgewogenen Portfolios.

Auch David Davies von Andisa Securities in Johannesburg, der sich selbst als ein „Goldbulle“ bezeichnet, rechnet mit weiteren Gewinnen. Er prophezeit für Ende 2004 einen Preis von bis zu 470 Dollar. Und bis Ende 2005 erwartet Davies einen Anstieg um weitere 10 bis 15 Prozent. Langfristig spreche vor allem die hohe physische Nachfrage von jährlich rund 3 900 Tonnen für Gold. Sie übersteigt seit einigen Jahren die Produktion von rund 2 500 Tonnen.

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