Experten erwarten Performancerückschlage bei europäischen Rentenfonds
Strategen halten Anleihen für teuer

„Historisch gesehen sind die Rentenmärkte teuer, die Anleiherenditen also zu niedrig“, sagt Andreas Bockberger. Er ist verantwortlicher Fondsmanager des Raiffeisen-EuroPlus-Rent, der mit einem Plus von 8,87 Prozent in zwölf Monaten unter den zehn größten europäischen Rentenfonds im Mittelfeld rangiert. Bockberger von der österreichischen Raiffeisen Capital Management hat daher die Portfoliostruktur „leicht defensiv ausgerichtet“.

HB FRANKFURT/M. Für die Beurteilung der Lage in Europa ist der weitere Trend an den US-Rentenmärkten wichtig. Dort sprangen die Anleiherenditen in den vergangenen Wochen deutlich nach oben. „Vor allem Eurozinspapiere mit langen Restlaufzeiten dürften in Mitleidenschaft gezogen werden, sofern es zu einem weiteren starken Renditeanstieg in den USA kommt“, meint Tanguy Le Saout. Der Fondsmanager von Pioneer Investments verantwortet die Wertentwicklung des Pioneer Funds-Euro Bond, der mit 7,49 Prozent im Konkurrenzvergleich weiter hinten liegt.

„Im laufenden Jahr können auf Europa ausgerichtete Rentenfonds-Investoren bestenfalls mit einer Halbierung der Wertentwicklung aus dem weit überdurchschnittlichen Jahr 2004 rechnen. Das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich verschlechtert“, glaubt Thomas Portig, Leiter der Fondsanalyse bei H.C.M. Capital Management in München. Der Raiffeisen-EuroPlus-Rent habe gegenüber dem Pioneer Funds-Euro Bond immer die Nase leicht vorne gehabt. „Während das Pioneer-Management zu mehr als 90 Prozent in Staatsanleihen investiert, berücksichtigen die Raiffeisen-Strategen auch Schuldenmacher mit einer etwas schlechterer Kreditwürdigkeit und profitierten deshalb in der Vergangenheit von zum Teil deutlichen Renditeaufschlägen.“

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