Experten loben hohe Produktqualität
Intel-Aktie hat noch einiges Potenzial

Winterliche Temperaturen herrschen derzeit nicht nur auf der nördlichen Halbkugel, sondern auch in der Halbleiterbranche: "Der Markt ist so kalt, dass die Investoren schon Gefrierbrand bekommen müssten“, sagt Analyst Christopher Danely von JP Morgan. Eine der wenigen Ausnahmen sei der Computerchip-Marktführer Intel, der den Anlegern "einen igluartigen Zufluchtsort“ biete.

STUTTGART. Auch ohne poetische Verklärung lässt sich feststellen: Intel steht überdurchschnittlich gut da. Von 39 Banken, die die Aktie bewerten, raten 30 zum Kauf, davon vergibt die Hälfte sogar die Bestnote "Starker Kauf“. Goldman Sachs setzte den Titel vor kurzem auf seine Liste "Kaufen aus Überzeugung“. Und das, obwohl der Philadelphia-Halbleiter-Index der Gesamtbranche seit seinem Jahreshoch um fast ein Viertel abgerutscht ist. Einer von Intels ärgsten Konkurrenten, der Chiphersteller Advanced Micro Devices, eilt hingegen von einem Jahrestief zum nächsten, seit mehrere Analysten sich kritisch über die Aussichten geäußert haben und teilweise ihre Anlageurteile nach unten setzten.

Was schafft also Intel, was die anderen nicht schaffen? "Der wichtigste Unterschied ist Intels exzellente Qualität beim Entwurf und der Fertigung der Computerchips“, sagt Analyst Doug Freedman von American Technology Research. Die Marktforschungsgesellschaft I-Suppli prognostiziert, dass Intel seine Führungsrolle bis Ende des Jahres weiter ausbauen wird und dann einen Marktanteil von knapp 13 Prozent weltweit erreicht. Insgesamt werden in diesem Jahr Halbleiter im Wert von 270 Mrd. Dollar umgesetzt, erwartet I-Suppli.

Auch andere Experten sagen: Durch ihre hohe Qualität sind Intels Mikroprozessoren so begehrt, dass die Lagervorräte einen ausgesprochen niedrigen Stand erreicht haben. Das spare Lagerkosten, sorge für eine gute Aktualität der Ware und ermögliche Intel, gleichbleibend gute Preise für seine Produkte zu fordern. "Dadurch sollte Intel in der ersten Jahreshälfte 2008 in der Lage sein, die Prognosen sogar noch zu übertreffen“, sagt Christopher Danely.

Ein weiterer Effekt: Die Kalifornier seien weniger abhängig von Trends und könnten in einigen Bereichen den Markt sogar lenken, meinen die Analysten der Investmentbank Cowen & Company. Dass Intel das fünfte Jahr in Folge seine Dividende erhöht, freut die Anleger ebenfalls. Bei der vierteljährlichen Auszahlung werden die Investoren diesmal 13 Prozent mehr bekommen als vorher. Der Aktienkurs kletterte seit der Bekanntgabe dieser Nachricht um einige Prozent und liegt derzeit nur noch etwas mehr als einen Dollar unter dem Jahreshoch von 27,50 Dollar.

Seit dem Tiefstwert vom März hat sich der Preis der Aktie damit um fast 50 Prozent gesteigert. In den kommenden zwölf Monaten soll er dann auf 36 Dollar steigen, erwarten die Analysten von Raymond James. Das wäre ein weiteres Plus von fast 40 Prozent.

Zudem verspricht das soeben angelaufene Weihnachtsgeschäft – das in den USA traditionell am Tag nach Thanksgiving, also Ende November, beginnt – in vielen Bereichen gute Absatzzahlen. Vor allem Videospiele gingen in großen Mengen über die Ladentische. Die Spiele könnten indirekt auch für eine steigende Nachfrage nach Intels Produkten sorgen, weil viele Spielefans nach schnelleren und leistungsfähigeren Prozessoren suchen und auch oft ihre Computer unter diesen Gesichtspunkten auswählen.

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