Experten loben Südzucker, Hannover Rück und Medion
Nachzügler im MDax bieten Einstiegschancen

Die meisten Anleger, die Anfang des Jahres in MDax-Titel investiert haben, können sich über kräftige Gewinne freuen. Der Index, in dem 50 mittelgroße Aktien (Mid-Caps) notiert sind, legte seit März über 40 Prozent zu und schneidet damit im dritten Jahr in Folge besser ab als der Dax. Doch längst nicht alle Papiere konnten bei der Rally mithalten. Dafür bieten einige der Nachzügler jetzt wieder Chancen.

DÜSSELDORF. Denn während die großen Kurstreiber der letzten Monate derzeit eine Pause einlegen, rücken die Werte aus der zweiten Reihe wieder stärker in den Fokus der Anleger. Gute Chancen haben nach Meinung der Analysten vor allem jene Papiere, die in der Vergangenheit unbegründet abgestraft wurden.

Ein Favorit der Anlageexperten ist daher die Mannheimer Südzucker AG. Der Markt habe übertrieben auf die 2006 anstehende Änderung der Europäischen Zuckermarktordnung reagiert, die die Zuckerindustrie bisher vor Wettbewerb schützt, erklärt Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe. „Dabei sind die Auswirkungen überschaubar, das Geschäftsmodell weiterhin sehr solide“, so Schlienkamp, der den fairen Wert auf 18 Euro beziffert – gegenüber dem aktuellen Kurs ist das ein Plus von gut 20 Prozent.

Auch Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg zählt den Mannheimer Konzern zu seinen Favoriten im MDax, zeigt sich unter den zehn am schwächsten gelaufenen Index-Titeln aber auch für die der Hannover Rück optimistisch. „Die Papiere sind mit einem KGV von acht momentan extrem günstig bewertet“, sagt der Analyst. Dabei würden seit dem Zusammenbruch von Gerling viele Erstversicherer das Risiko streuen und gerade kleinere Rückversicherer wieder an Bedeutung gewinnen.

Ähnlich optimistisch äußern sich die Anlageexperten über den Elektronikhändler Medion, dessen Aktie nach den eher enttäuschenden Quartalszahlen um gut ein Viertel nachgab. Aufgrund des positiven Ausblick für das kommende Jahr sei das nicht gerechtfertigt, meint Hartmuth Höhn von der Berenberg Bank. Auch die Hypo-Vereinsbank hält den Titel nach dem Einbruch für unterbewertet und gibt das Kursziel mit 45 Euro rund 30 Prozent über dem gestrigen Stand an.

Zum Streitfall entwickeln sich unterdessen Beiersdorf. Nach dem gescheiterten Übernahmeversuch durch Procter & Gamble stufte die WestLB die Papiere des Konsumgüterherstellers hoch. Die Landesbank Rheinland-Pfalz traut der Aktie jedoch nur eine unterdurchschnittliche Marktentwicklung zu.

Denn längst nicht alles, was derzeit günstig erscheint, ist auch eine Empfehlung wert. Vorsichtig bleiben die Analysten vor allem bei der Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft WCM und dem Pharmaunternehmen Schwarz Pharma. „Hier sind die Abwertungen einfach berechtigt“, sagt Schlienkamp.

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