Experten prognostizieren ein gutes Jahr: Analysten trauen Aktie von Coca Cola einiges zu

Experten prognostizieren ein gutes Jahr
Analysten trauen Aktie von Coca Cola einiges zu

Der Getränkekonzern strebt mit neuen Produkten ein zweistelliges Gewinnwachstum an.

HOUSTON. Der weltweit größte Hersteller von Erfrischungsgetränken Coca Cola hat in diesem Jahr einiges vor: Mit einer neuen Limonade mit „mittlerem Kaloriengehalt“ will der Konzern eine neue Käuferschicht anlocken und so für neue Umsätze sorgen. Und auch seinen Aktionären will der Getränkeriese aus Atlanta etwas Gutes tun. In den kommenden Monaten wird Coca Cola für mindestens zwei Mrd. $ eigene Aktien zurückkaufen. Das sollte dem Kurs weiteren Auftrieb geben, erwarten Experten.

Ohnehin prognostizieren die meisten Beobachter ein gutes Jahr 2004 für Coca-Cola-Aktionäre. „Wir rechnen damit, dass die kommenden Quartale für die Branche steigende Preise bringen wird“, sagt etwa Mark Swartzberg vom Investmenthaus Legg Mason. Davon würden die Aktien von Coca Cola noch stärker profitieren als die des Hauptkonkurrenten Pepsi. Das Bankhaus Credit Suisse First Boston (CSFB) kürte Coca Cola gar zur Top-Empfehlung für 2004.

Getragen werden soll der Aufschwung der Coca-Cola-Papiere an der Börse durch die Gewinnentwicklung des Softdrink-Herstellers. Im Dezember hatte das Unternehmen angekündigt, langfristig die Gewinne um elf bis zwölf Prozent pro Jahr steigern zu wollen. Erste Hinweise, ob Coca Cola auf dem richtigen Weg ist, werden die Zahlen für 2003 liefern, die Coca Cola am 9. Februar vorlegt. Analysten hoffen, dass der Konzern dem Beispiel seiner 37-Prozent-Tochter Coca Cola Enterprises folgt. Der weltgrößte Getränkeabfüller veröffentlichte bereits in der vergangenen Woche überzeugende Geschäftsdaten.

Für den Mutterkonzern wird es entscheidend darauf ankommen, wie sich das Auslandsgeschäft entwickelt. 75 % seiner Gewinne erzielt Coca Cola außerhalb der Vereinigten Staaten, schätzt Analystin Caroline Levy von UBS Investment Research, die Coca-Cola-Aktien zum Kauf empfiehlt. Mit Freude wird man in Atlanta daher eine neue Studie der Universität Harvard registriert haben, der zufolge anti-amerikanische Ressentiments in anderen Teilen der Erde die Beliebtheit großer US-Marken nicht beeinträchtigen. Die Harvard-Experten haben herausgefunden, dass die Kunden weltweit – selbst in US-kritischen Staaten wie Ägypten, Indonesien oder der Türkei – nach wie vor lieber bei Konzernen wie Coca Cola und McDonald’s kaufen, als bei lokalen Anbietern.

Positive Nachrichten gibt es auch aus Deutschland, einem der wichtigsten Auslandsmärkte für Coca Cola. Hier nehme das Geschäft zurzeit wieder Fahrt auf, sagt Marc Greenberg von Deutsche Bank Securities: „Kurzfristig hatte die Einführung des Dosenpfands negative Auswirkungen auf Coca Colas Rentabilität und Umsatz in Deutschland. Aber das Unternehmen hat sich schnell auf die Veränderungen eingestellt und ist der Konkurrenz jetzt einen Schritt voraus.“ Mit der Markteinführung des Mineralwassers „Dasani“ im kommenden Sommer könne Coca Cola seinen Vorsprung noch weiter ausbauen, schätzt Greenberg.

Einige Bedenken bereitet den Experten allerdings die formelle Untersuchung von Coca Colas Geschäften, die die US-Börsenaufsicht SEC Mitte Januar aufnahm. Dabei geht es um Vorwürfe eines ehemaligen Angestellten, wonach der Konzern seine Gewinne überhöht dargestellt haben soll. Angeblich tauchten in den Geschäftsbilanzen Lieferungen von Getränkekonzentraten an japanische Abfüller auf, die niemals bestellt wurden. „Uns ist unklar, weshalb die SEC ihre Untersuchung jetzt nicht mehr inoffiziell, sondern offiziell betreibt“, sagt Analyst Jeffrey Kanter von Prudential Securities. „Wir sollten aber im Kopf behalten, dass einige der Behauptungen die Geschäftseinnahmen in Nordamerika und Japan betreffen. Im Moment ist diese Entwicklung deshalb besorgniserregend, weil wir nicht wissen, wie es weitergeht.“

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