Experten raten von amerikanischen und deutschen Massenherstellern ab – Peugeot und Renault in der Favoritenrolle
Bei Autoaktien überwiegen die Risiken

In den vergangenen Wochen mussten die Aktien der meisten Automobilhersteller kräftige Verluste verbuchen. Neben der ohnehin schwachen Nachfrage belasteten die Streiks in Folge der angedrohten Massenentlassungen bei Opel die Branche.

DÜSSELDORF. Zudem enttäuschte General Motors (GM), der weltgrößte Autoproduzent und Mutterkonzern von Opel, mit den jüngst vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal die Analysten. Nach den herben Rückschlägen sind zahlreiche Autoaktien damit zwar günstig bewertet. Anleger sollten jedoch vorsichtig sein. Denn nur wenige Titel versprechen in der Autokrise Kurspotenzial.

„Eine günstige Bewertung allein ist kein Kaufargument“, warnt Jan Ehrhardt, Vermögensverwalter bei der Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG in Pullach. Vor allem bei amerikanischen Massenherstellern sind die Anlageexperten skeptisch – nicht zuletzt wegen der jüngsten GM-Zahlen (siehe „Bulle und Bär“). Ford konnte im selben Zeitraum zwar der Branchenflaute trotzen, verdankt den deutlichen Gewinnsprung aber fast ausschließlich seiner starken Finanzsparte. „Außerdem wurde gerade in den USA der Konsum auch durch Steuererleichterung lange Zeit hochgehalten“, sagt Ehrhardt. „Wenn der Konsum jetzt einbricht, leiden die Massenhersteller am meisten.“

Kaum besser fällt das Urteil der Anlageexperten über die meisten europäischen Autowerte aus. Verfehlte Produktpolitik und der hohe Ölpreis dämpfen die Nachfrage. „Volkswagen und Daimler-Chrysler gehören zurzeit sicherlich nicht auf die Empfehlungslisten“, sagt Stefan Bauknecht, Fondsmanager für Automobilaktien bei der DWS. Neben den schwachen Absatzzahlen drücke der steigende Stahlpreis zusätzlich auf das Ergebnis.

Potenzial sehen Ehrhardt und Bauknecht bei BMW und Porsche. Zum einen sei bei den teureren Autos die Nachfrage nicht so stark vom Konsumklima abhängig. Zum anderen würden diese beiden Hersteller unter den Automobilherstellern mit Abstand die höchsten Margen aufweisen und könnten somit auch höhere Rohstoffkosten leichter verkraften.

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